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Becher mit zwei Henkeln (Kantharos) dekoriert mit einem stilisierten Weinrankendekor in „Barbotine“-Technik

Ident. Nr.: ÄM 20884

ObjID: obj:606445

Details (Expert)

Beteiligte
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Datierung
Historische Datierung: Meroitisch bis Post-Meroitisch
Genauer: "Spät"-Meroitisch
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9,2 x 10,7 x 8,9 cm

Objektbeschreibung

Der dünnwandig gearbeitete Becher („Kantharos“) stammt aus einem Kindergrab, in welchem er mit weiteren andersartigen Gefäßen hinter dem Kopf platziert wurde. Er steht auf einem kleinen Standring, der nach wenigen Zentimetern steil in den nahezu geraden Körper verläuft. Unterhalb der schmalen Lippe sind an beiden Seiten Ohrenhenkel angebracht. Die Dekoration ist in der Barbotine-Technik gestaltet, eine Verzierungstechnik, die vor allem aus der römischen Epoche bekannt ist. Bei diesem Verfahren wurden kleine Tonmengen nach einem vorgezeichneten Muster auf die lederharte Tonware getropft und anschließend gebrannt. Diese Art der Verzierung ist in Nubien allerdings so häufig belegt, dass man von einer lokalen Herstellung ausgeht. Bei diesem Kantharos wurden auf den braunen Untergrund mit Hilfe von Tonschlicker kleine Punkte sowohl unter der Lippe als auch am Übergang zum Standring angebracht. Zwischen diesen ist ein Rankenmuster in derselben Technik zu erkennen, was auf eine originäre Nutzung als Trinkgefäß für Wein hindeuten könnte. An einigen Stellen ist der Schlicker verloren gegangen, wodurch der Negativabdruck des Dekors sichtbar wird.
(N. Overesch)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).