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Imitat eines griechischen Psykters mit einem figürlichen Fries und Weinrankendekor

Ident. Nr.: ÄM 20890

ObjID: obj:606458

Details (Expert)

Beteiligte
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Datierung
Historische Datierung: Meroitisch bis Post-Meroitisch
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 23,2 x 18 cm

Objektbeschreibung

Dieses, für den nubischen Kulturraum eher untypische Gefäß erinnert stark an die griechischen Psyktere. In der Regel bestehen Psyktere aus einem bauchigen Körper mit hohem Hals und Fuß. Psyktere wurden für das Kühlen von Wein verwendet. Bei diesem Exemplar handelt es sich jedoch um ein Imitat, denn der hohe Fuß und auch das kugelige Oberteil sind hohl.
Das aus einem Grab in Faras stammende Objekt ist bis auf den Untersatz vollständig bemalt. Am Übergang vom kurzen Hals zur Schulter wurde ein breiter, schwarzer Streifen aufgemalt, der als Abschluss eines, heute kaum noch erkennbaren, Gräten-Netz-Musters dient. Direkt angrenzend verläuft ein Flechtmuster über den gesamten Schulterbereich. Unterhalb dieser geometrischen Verzierung beginnt die figürliche Szene, dessen Hauptmotiv eine menschliche Figur mit einem Stock und einem hinter ihr stehenden Ibis zeigt. Weiterhin wechseln sich tierische Motive mit dem für Schutz stehenden ägyptischen Sa-Zeichen ab. Auf halber Höhe verläuft eine schmaler Streifen horizontal um den Bauch des Gefäßes, der von der menschlichen Figur und dem Ibis durchbrochen wird und möglicherweise als Wasserlinie zu deuten ist. Die untere Hälfte des Objektes wird von floralen Mustern ausgefüllt, welche stilisierte Weinranken abbilden.
Weder der Boden des Gefäßes noch der des Untersatzes sind geschlossen, sodass nicht von einem zweckgerichteten Gebrauch ausgegangen werden kann. Es handelt sich hierbei vielmehr um ein formgleiches Gefäß, dessen Weindekor auf die originäre Verwendung zum Kühlen von Wein Bezug nimmt.
(N. Overesch)

Letzte Aktualisierung: 13.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).