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Statuette eines knieenden Königs mit unterägyptischer Krone, Wein in kugeligen Gefäßen opfernd

Ident. Nr.: ÄM 2504

ObjID: obj:606543

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: Spätzeit
-713-698 Schabako
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22,5 x 7 x 9 cm

Objektbeschreibung

Die Statuette stellt einen knienden König mit unterägyptischer Krone dar, an deren Stirnseite sich die Uräusschlange befindet. Zudem trägt der Dargestellte den Königsbart und einen dreiteiligen, gefältelten Schurz, genannt Schendit. In den vor dem Körper ausgestreckten Händen hält er zwei nw-Töpfe, benannt nach der Hieroglyphe nw. Diese Art Statuetten gehörten meist zu einem Ensemble, bei denen der Stifter vor einer Gottheit kniet und dieser Opfergaben darbringt. Die Figuren konnten durch einen Sockel miteinander verbunden sein. Einen Hinweis darauf, dass auch unser Objekt Teil einer Gruppe war, geben die beiden Zapfen unterhalb der Knie und Fußspitzen, die zu einer Verankerung in einem Sockel gedient haben dürften. Das Äquivalent zu unserem Objekt dürfte zwefeillos ÄM 2503 darstellen, das den König mit oberägyptischer Krone zeigt. Leider ist dieses heute als Kriegsverlust deklariert. Derartige Objekte wurden vermutlich als Weihgaben an Tempel gestiftet.
(J. Jancziak und R. Pabst)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).