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Kniefigur des Offiziers Nacht-Hor-heb (Nachthorheb) mit einem Bildnis des Gottes Osiris im Naos (Naophor)

Ident. Nr.: ÄM 1048

ObjID: obj:606556

Details (Expert)

Datierung
Amosis II. (Amasis)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 56 x 13,5 x 25,5 cm

Objektbeschreibung

Die Kniefigur zeigt den Zollbeamten Nacht-Hor-Heb, der einen Schrein mit einer Figur des Gottes Osiris vor sich hält. Der flache bis zum unteren Rand der Perücke aufsteigende Rückenpfeiler trägt zwei senkrechte Inschriftzeilen, deren erhaltene Anfänge die Göttin Neith und zwei Titel des Dargestellten nennen, die ihn als Militärbeamten am Hof ausweisen. Er wird als "Vorsteher der Türöffnungen [d.h. Grenze] der Fremdländer des Meeres" bezeichnet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diesem Mann die Oberaufsicht über den Handel in der Stadt Naukratis anvertraut war.
Das Oberteil der Statue befindet sich seit 1803 im Besitz des Museums. Das dazugehörige Unterteil wurde 1995 vom Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e. V. erworben und dem Museum als Dauerleihgabe übergeben (VÄGM 1995/116).

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).