Logo

Elfenbeinfigur der Tadja

Ident. Nr.: ÄM 17000

ObjID: obj:606559

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Datierung
Historische Datierung: 25. Dynastie (Kuschiten)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 15,5 x 3,6 x 2,5 cm

Objektbeschreibung

Die aus Elfenbein gefertigte Figur gibt eine unbekleidete Frau mit eng gestellten, parallel geführten Beinen auf einer kleinen Basis stehend wieder. Auf dem Kopf trägt sie eine wulstige Perücke, deren Strähnen knapp oberhalb der Brust enden. Auf der Perücke aufliegend sind große Ohren mit Ohrlöchern ausgeführt, die noch Silberreste von Ohrringen tragen. Das breite, runde Gesicht, das in einen kurzen Hals übergeht, birgt fein ausgearbeitete kleine Augen, die von Brauen überfangen sind. Die Nase ist breit und flach, die Lippen groß und voll. Die Arme sind seitlich am Körper geführt und die großen Hände liegen auf den runden Oberschenkeln an. Sie hat halbkugelige Brüste und eine hochangesetzte Taille, die in eine breite Hüfte übergeht. Vom Brustbein bis zum großen Bauchnabel verläuft die sanft angedeutete linea alba. Ein großes, aufgemaltes Dreieck bildet die Scham. Die Kniescheiben sind ausgeführt und der Raum zwischen den Knien ist durchbrochen. Die säulenartigen Waden gehen ohne merkliche Verjüngung am Knöchel in die Füße mit langgliedrigen Zehen über. Der rückwärtig herabhängende, flache Perückenstrang ist von dem wulstig aufragenden Haar und den seitlich geführten Strähnen durch eine geschwungene Linie abgesetzt und schließt mit einem Absatz gerade auf dem Rücken ab. Über den runden Gesäßbacken sind auf Höhe der Lenden kleine Grübchen ausgeführt. Haare und Schamdreieck waren ehemals komplett schwarz bemalt.
Die Figur wie auch die aus Holz gefertigte Statue ÄM 16999 gehören zur Grabausstattung der Tadja aus der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Grabbeigaben werden im Ägyptischen Museum in Berlin unter den Inventarnummern ÄM 16956–ÄM 17015 verwahrt.
S. Steines

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).