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Berliner Grüner Kopf

Ident. Nr.: ÄM 12500

ObjID: obj:606569

Details (Expert)

Beteiligte
Henry Wallis (21.2.1830 - 12.1916),
Vorbesitzer*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Kaufvermittler*in
Datierung
Späte Ptolemäerzeit
Abweichende Datierung: Dareios I.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 23 x 14 x 20 cm

Objektbeschreibung

Dieser Kopf eines kahlköpfigen Mannes ist wegen der Farbe seines Materials allgemein als „Grüner Kopf“ bekannt. Er zählt zu den Meisterwerken, die sich in der Berliner Sammlung befinden. Kennzeichnend sind im Gesicht die feinen Modellierungen neben den scharfen Akzenten, welche kaum noch das Material Stein erkennen lassen, sondern vielmehr eine vom Leben gekennzeichnete Person zeigen – auch wenn die Alterszüge eher idealisierend als realistisch zu interpretieren sind. So seien die Steilfalten an der Nasenwurzel angeführt sowie die Krähenfüße, die durch drei Ritzlinien seitlich der Augen angegeben sind. Unter den Augen zeigen sich stark modellierte Tränensäcke. Von der breiten Nase ausgehend sind scharf umrissene Nasolabialfalten zu erkennen, die in einem Bogen zu den Mundwinkeln führen. Am unteren Halsansatz ist auf der linken Seite der Rest einer Kette erkennbar, die wie eine glatte Kordel erscheint. Auf der Rückseite findet sich ein stumpf endender, unbeschrifteter Rückenpfeiler.
Die Datierung des Kopfes wird kontrovers diskutiert und umfasst zum größten Teil das 7. bis 1. Jh. v. Chr. In diesem Zusammenhang wurde oft hinterfragt, inwieweit die Fertigung des Kopfes von griechischen oder römischen Portraits beeinflusst ist. Der Kopf steht zweifelsfrei in ägyptischer Tradition und spiegelt nicht etwa das Formempfinden des westlichen Mittelmeerraums wieder. Auch wenn an dieser Stelle nicht das Für und Wieder der unterschiedlichen Standpunkte erläutert werden kann, so sei einer Einordnung in die späte Ptolemäerzeit der Vorzug gegeben.
Entscheidend ist hier die faszinierende Wirkung des Kopfes – die Wiedergabe des Erscheinungsbildes sowie der Persönlichkeit des Mannes. Aufgrund der Kahlköpfigkeit kann darauf geschlossen werden, dass es sich um einen Priester handelt.
Der Kopf ist bereits durch mehrere Hände gegangen, bevor er, vorfinanziert durch James Simon, 1894 in den Besitz der Berliner Sammlung überging. So lassen sich noch die Sammlungen des ägyptischen Prinzen Ibrahim neben der des englischen Sammlers und Malers Henry Wallis bestimmen. Erwähnenswert ist auch der bereits 1886 verzeichneten Gipsabguss im Berliner Bestand. Dieser wurde in Ermangelung des Originals acht Jahre früher angekauft.
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).