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Sitzfigur des Domänenverwalters Metjen

Ident. Nr.: ÄM 1106

ObjID: obj:606590

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Datierung
4. Dynastie
Datierung engl.: 4th Dynasty
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sitzfigur des Domänenverwalters Metjen
Übersetzung: Seated figure of the estates administrator Metjen
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 48 x 21 x 28 cm

Objektbeschreibung

Das Bildnis des Metjen wurde von Karl Richard Lepsius in seinem Grab in Saqqara gefunden und 1845 nach Berlin gebracht. Es war in einem kleinen, unzugänglichen Raum, dem so genannten Serdab, neben der Kultkammer aufgestellt und mit dieser lediglich durch einen Schlitz im Mauerwerk verbunden. Somit war nach den altägyptischen Vorstellungen sichergestellt, dass Metjen an den Opferhandlungen teilnimmt.
Die Figur entstand um die Wende von der 3. zur 4. Dynastie. Zu dieser Zeit war Metjen unter König Snofru ein hoher Verwaltungsbeamter (Domänenverwalter). Metjen sitzt auf einem kubischen Sitz. Er trägt eine kurze Löckchenperücke und einen gefälteten Schurz. Weitere ikonographische Details fehlen. Auf den Seitenflächen des Sitzes steht sein Name und sein Titel.

Letzte Aktualisierung: 04.09.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).