Logo

Kompositbogen

Ident. Nr.: ÄM 4712

ObjID: obj:606695

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: 19. Dynastie
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kompositbogen
Übersetzung: Composite Bow
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge x Breite x Tiefe: 101,5 x 3 x 2,5 cm
Länge: 104,5 cm (lt. Inv.)
Gewicht: 292 g

Objektbeschreibung

Der Kompositbogen besteht aus Holz-, Horn- und Rindeschichten, deren Sehne ursprünglich aus Tierdarm eingespannt war. Die verschiedenen Materialien bewirken eine verbesserte Zugenergie im Sinne einer höheren Effizienz gegenüber einfachen Hornbögen. Mit dem Beginn des Neuen Reiches wurde diese innovative Bogenform von den Hyksos übernommen und entwickelte sich zu einer der wirkungsvollsten Distanzwaffen. So konnten geübte Schützen damit bis zu 170 m weit schießen und auf eine Distanz von 80 m punktgenau zielen. Auf Grund der aufwendigen Fertigung und grazilen Form blieb die Verwendung der Elite des Landes vorbehalten. Diese setzten Kompositbögen nicht nur im Kampf ein, sondern auch als Sportgerät mit Statuswert.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).