Logo

Einlage in Gestalt des Gottes Bes

Ident. Nr.: ÄM 22200

ObjID: obj:606822

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Historische Datierung: Spätzeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Einlage in Gestalt des Gottes Bes
Übersetzung: Inlay in the Shape of the God Bes
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16,8 x 8,2 x 2,2 cm

Objektbeschreibung

Die in Assur im Irak ausgegrabene Glaseinlage stellt die zwerggestaltige Schutzgottheit Bes dar. Eine Löwenmähne umrahmt sein fratzenhaftes Gesicht mit heraushängender Zunge. Ein Pantherfell hängt um seine Schultern. Zwischen den Beinen hängt der Pantherschwanz herab. Der ursprünglich aus dem nubischen Raum stammende Bes wurde spätestens seit dem Mittleren Reich in Ägypten verehrt. Obwohl Bes nie zu den großen Göttern Ägyptens zählte, spielte er eine bedeutende Rolle im Volksglauben. Er bewahrte die Menschen im Alltag vor potenziellen Gefahren, indem er durch sein schreckliches Aussehen alles Übel vertrieb. Insbesondere schützte er die Frauen und Kinder und galt als Beschützer bei der Zeugung, Schwangerschaft und Geburt. Daher wurden seine Abbildungen häufig in Frauengemächern und an den Kopfenden von Betten angebracht. Auch außerhalb Ägyptens wurde er verehrt, wie zum Beispiel im Mittelmeerraum oder in Vorderasien.
I. Liao

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).