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Kultstatue der Isis-Demeter mit Schlange und Cista

Ident. Nr.: ÄM 12440

ObjID: obj:606876

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
Historische Datierung: Römische Kaiserzeit
Geografische Bezüge
Material / Technik
Marmor (Material / Stein), weiß
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 83 x 31 x 17 cm

Objektbeschreibung

Die Kultstatue ist in der (griechischen) Körperhaltung des Kontrapost gearbeitet. Bekleidet ist sie mit Chiton und Himation sowie Sandalen. In der Linken hält sie ein Henkelgefäß, in der Rechten eine sich windende Schlange. Das Gefäß ist zwar nicht als geflochtenes Körbchen erkennbar, greift aber wohl auf die alte Cista mystica der Demeter zurück. Die Haare sind in Korkenzieherlocken gelegt, auf dem Scheitel sitzt eine Krone aus Ähren, Sonnenscheibe und Schlange. Alle diese Attribute können mit Demeter und Isis verbunden werden, den Garantinnen für die Fruchtbarkeit der Erde und für eine reiche Ernte sowie allgemein für Regeneration und Schutz.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 13.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).