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Figur eines hockenden Pavians mit dem Königsnamen des Nar(-mer)

Ident. Nr.: ÄM 22607

ObjID: obj:607035

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: Nar (-mer) (Narmer)
Vor-und Frühzeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Figur eines hockenden Pavians mit dem Königsnamen des Nar(-mer)
Übersetzung: Figure of a baboon with the name of King Nar(-mer) written in a Serekh
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51 x 24,5 x 33 cm
Höhe: 52 cm (lt. Inv.)
Gewicht: 63 kg

Objektbeschreibung

Eine Besonderheit aufgrund ihrer Größe und Inschrift stellt die vergleichsweise lebensgroße Statue eines männlichen Pavians auf einer Sockelplatte dar. Das Objekt ist mit dem kurzen Hals und der kompakten Haltung ganz im Stile der eher kubisch gehaltene frühägyptische Rundplastik gefertigt: Die Körperformen sind nur schwach gezeichnet, so dass beim gesamten Körper des Tieres nur die nötigsten Nuancen herausgearbeitet worden sind, um eine klare Silhouette zu bieten. Das Tier selbst ist auf dem Hinterteil sitzend und auf die beiden Vorderpranken gestützt, nahezu aufrecht dargestellt. Die Augen waren wohl aus einem anderen Material gefertigt und eingelegt.
Auf der Sockelplatte befindet sich frontal in feiner Ritzung ausgeführt, eine Inschrift, die allerdings nicht mehr vollständig erhalten ist. Im Zentrum steht der Serech, eine frühe Schreibung des Königsnamen, des ersten Herrschers der 1. Dynastie, Nar(-mer). Ob neben dem Serech ein weiterer Name, möglicherweise der eines Königssohnes, zu lesen ist, bleibt bislang umstritten. Dies gilt auch für die Kontextualisierung der Figur, die 1927 im Kunsthandel angekauft worden ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte der Pavian allerdings im Totenkultbereich des Königs Nar(-mer) gestanden haben, den wir in Abydos vermuten dürfen. [R. Kuhn]

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).