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Statuette des Imhotep mit einer Buchrolle

Ident. Nr.: ÄM 7505

ObjID: obj:607036

Details (Expert)

Beteiligte
Ernest Daniel Jean Dutilh (1826 - 1905),
Käufer*in
Datierung
26. Dynastie ("Saiten")
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13,4 x 3,5 x 7 cm

Objektbeschreibung

Die Bronzestatuette stellt den sitzenden Imhotep als Lesenden dar, der eine aufgerollte Papyrusrolle vor sich hält. Er trägt eine Haarkappe und einen langen plissierten Schurz. Die Füße ruhen auf einer rechteckigen Basisplatte. Die linke Hand ist zusammen mit dem linken Teil der Papyrusrolle abgebrochen. Eine Inschrift auf der Papyrusrolle nennt den Namen des Imhotep.
Durch die Legendenbildung wurde Imhotep, der Bauherr der Djoser-Pyramide und höchster Würdenträger seiner Zeit, im Laufe der Jahrtausende als Schutzpatron der Schreiber und der Medizin vergöttlicht. Als vergöttlichter Weiser, der aus historischer und nicht mythologischer Vergangenheit stammte, wurde Imhotep in der Ikonographie einer hochrangigen Privatperson beim Lesen oder beim Schreiben dargestellt. Die für ihn geläufigen ikonographischen Merkmale, zum Beispiel die Haarkappe ohne Uräus sowie die von der Privatplastik abgeleiteten Gewandtypen, heben seine Darstellungen eindeutig von anderen ägyptischen Götterdarstellungen ab. Die Papyrusrolle als Attribut weist auf den Charakter des Imhotep als großen Gelehrten und Verfasser einer Weisheitslehre hin. Die Haarkappe deutet auf seine priesterlichen Funktionen hin. Auffällig ist bei der Berliner Statuette, dass die Hände, welche den aufgerollten Papyrus halten, nicht auf dem Schoß liegen, sondern schwebend in Hüftenhöhe modelliert sind.
Ab der Spätzeit wurden zahlreiche Bronzefiguren des Imhotep angefertigt, die in Heiligtürmern oder an lokalen Kultplätzen geweiht wurden. Größtenteils stammten dieser Bronzestatuetten aus Memphis/Saqqara. Der Kult des Imhotep war vor allem im Bereich des Asklepieions verortet, wo sich sein Tempel und sein Grab befanden. Entweder wurde ein solches Objekt als Votivgabe für Bitten um Gesundheit oder Heilung geweiht, oder im Rahmen der Imhotep-Feste beigegeben.
I. Liao

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).