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Stele mit Darstellung eines syrischen Söldners beim Biertrinken

Ident. Nr.: ÄM 14122

ObjID: obj:607112

Details (Expert)

Beteiligte
Oskar Hermann Deibel (1893),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton (18. Dynastie -> Neues Reich -> Ägypten)
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Stele mit Darstellung eines syrischen Söldners beim Biertrinken
Übersetzung: Stela depicting a Syrian mercenary drinking beer
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 29,7 x 23,5 x 3 cm

Objektbeschreibung

Der kleine Gedenkstein eines Soldaten namens Terura und seiner Frau Arbura stammt vermutlich aus Amarna, dem antiken Achet-Aton. Die geringe Größe sowie die schlichte Rahmung des Gedenksteins in Form eines Türdurchgangs mit oberem Hohlkehlen-Abschluss sowie die gänzlich profane Darstellung einer häuslichen Szene schließen eine Verwendung als Grabstele aus und verweisen auf eine Aufstellung im häuslichen Bereich. Da ähnlich kleinformatige Stelen insbesondere aus Amarna, der Residenzstadt des Königs Echnaton und seiner Gemahlin Nofretete, bekannt sind und im familiären Ahnenkult eine Rolle spielten, dürfte die Herkunft als relativ gesichert gelten.
Die außergewöhnliche Darstellung eines sitzenden, syrischen Soldaten, der sich vollkommen entspannt mithilfe eines Trinkrohrs am Wein labt, hat die kleine Stele schon vor langer Zeit zu einem besonders beliebten und viel beachteten Objekt werden lassen. Allerdings ist die häufig zu lesende Bezeichnung „Bier trinkend“ irreführend, da es sich bei dem mit einer Blumengirlande geschmückten Gefäß, das in einem hohen Gefäßständer steht, eindeutig um eine Weinamphore handelt. Geknickte Trinkrohre dieser Art sind aus dem vorderasiatischen Raum bekannt und waren auch in Ägypten verbreitet. Funde belegen, dass sie häufig aus Blei gefertigt waren. Terura ist aufgrund seiner Tracht eindeutig als Syrer gekennzeichnet, wozu neben dem mit einem Stirnband gebändigten, vollen Haar und dem charakteristischen Vollbart auch der bunte, quastenbesetzte Schurz gehört. Besonders signifikant und leicht überzeichnet sind auch die Gesichtszüge mit der gewölbten Stirn, den hervortretenden Wangenknochen und der kleinen gebogenen Nase. Sowohl der Dolch in seinem Gürtel als auch die senkrecht aufgesteckte Lanze hinter dem Stuhl kennzeichnen ihn als Soldaten. Syrische Söldner waren im Neuen Reich in beträchtlicher Zahl in die ägyptischen Truppen integriert. Teruras Frau trägt zwar ebenfalls einen ausländischen Namen, ist aber vollkommen wie eine ägyptische Dame mit langem, fließendem Leinengewand bekleidet und mit typischer Haartracht dargestellt. Da alle Personen und auch die Weinamphore mit einem Blütenkranz bzw. mit Halskrägen geschmückt sind, darf man das Ensemble in einen festlichen Kontext einbetten, was auch gut zur intendierten Ahnenverehrung passt, die insbesondere an Festen praktiziert wurde.
(F. Seyfried)

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Jochgehänge aus Perlen mit aufgemalten Udjat-Augen

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Die dicke und schwere Perlenkette unterteilt sich in 11 Perlen mit Udjataugen-Bemalung und 24 Perlen mit der Darstellung jeweils einer Iris mit Pupille (so genanntes Fischauge). Eine weitere Perle tritt singulär auf und stellt ein Anch-Zeichen („Leben“ und „Macht“) zwischen zwei Was-Zeptern auf der einen und einen Djed-Pfeiler („Stabilität“ und „Macht“) umgeben von zwei Was-Zeptern auf der anderen Seite dar. Die Kette wurde im Stall des Hauses N 51.3 gefunden und von Ludwig Borchardt als eventueller „Pferdeschmuck?“ bezeichnet. Nach Ulrich Hofmann handelt es sich um ein Jochgehänge, welches in der Keilschriftkorrespondenz mit dem Fürsten Tuschratta als „maninnu sa sisi“ („Kette für Pferde“) bezeichnet wird. Eine große Rolle spielte bei diesem Objekt die symbolische Funktion des Auges, das den Träger, in diesem Falle das Pferd, schützen und ihm Gesundheit schenken sollte. Als gesichert kann dabei die moderne Rekonstruktion mit den aneinandergereihten so genannten Udjataugen gelten. Dabei handelt es sich im übertragenen Sinn um das Auge des Horus, welches ihm gewaltsam von seinem Widersacher Seth entfernt worden war. Im Mythos heilt der Mondgott Thot das Auge, weshalb es als „udja“ – „gesund/heil“ bezeichnet wird. Seither wurde es als Schutz- oder Heilamulett getragen. Die Iris mit Pupille ist hingegen ein selteneres Motiv. Zum Schutz ihres Inhalts erhielten z. B. Glasgefäße ein derartiges Augenmuster, was aber vermutlich schlicht aus der einfachen Herstellungsweise resultiert. Runde Kreise waren weniger aufwendig in Glas zu fertigen als die vielen Biegungen des Horusauges. Fragmente solcher Gefäße sind im Ägyptischen Museum Berlin mit den Nummern ÄM 22091, 25558, 36762 und 36772 vertreten. Die Perle mit den Darstellungen des Anch, des Was-Zepters und des Djed-Pfeilers sollte dem Träger hingegen Lebendigkeit, Macht und dauerhafte Stärke verleihen, was für ein im Krieg eingesetztes Pferd unabdingbar war. Somit bildete das Jochgehänge nicht nur einen ansehnlichen Schmuck, der an der Seite des Pferdegeschirrs befestigt war, sondern war gleichermaßen ein Schutzamulett, welches den Träger und somit auch seinen Herrn stärken und ihm Macht verleihen sollte.Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 214 (Kat.-Nr. 12).

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