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Tulpenbecher

Ident. Nr.: ÄM 8155

ObjID: obj:594063

Details (Expert)

Beteiligte
George Andrew Reisner (5.11.1867 - 6.6.1942),
Grabungsleiter*in
Walter Wreszinski (8.3.1880 - 9.4.1935),
Mäzen*atin
Datierung
Kerma (Mittel/Obernubien)
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 13 x 14,5 cm

Objektbeschreibung

Die „black-topped red-polished ware“ ist die am häufigsten belegte Gefäßgruppe des Friedhofs von Kerma. Sie zeichnet sich durch ihre schwarz geschmauchten Ränder aus, die in tiefes Rot übergehen, und unvergleichlich dünnwandig sind, weswegen der Ausgräber George A. Reisner fälschlicherweise annahm, sie seien auf einer Töpferscheibe gefertigt worden. Viele dieser Gefäße sind durch einen metallisch-weißen Streifen am Farbübergang von Schwarz zu Rot gekennzeichnet.
Die sogenannten Tulpenbecher gehören angesichts ihrer Färbung und Herstellung zwar in die Gruppe der schwarz geschmauchten Gefäße, doch stechen sie durch ihre ausladende und rundbodige Form als typisch nubische Funde heraus.
Die Tulpenbecher fanden sich in Gruppen von vier bis fünf Exemplaren ineinander gestapelt in der Grabkammer vor den Betten der Verstorbenen, wurden aber auch den geopferten Menschen beigegeben. Häufig sind mehrere dieser Stapel in unmittelbarer Nähe zum Bestatteten nachgewiesen. Dieser Becher wurde in einem Stapel von insgesamt vier Bechern bei einer der Nebenbestattungen im Grabtumulus K IV gefunden. Insgesamt sind aus der Grabkammer acht Becher belegt, die in zwei Stapeln in einer Ecke am Fußende des Raumes lagen.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

Auf einem runden, nach oben verjüngten Sockel liegt eine Kugel, auf der die Büste der Göttin Isis in ihrer hellenistischen Ikonographie steht. Sie ist in einem attischen Chiton und darüber einer Knotenpalla gekleidet, wobei die Palla nach oben gezogen wurde, um den Kopf zu bedecken. Auf dem Kopf trägt Isis über der Palla einen Kopfschmuck, der aus Kuhhörnern, zwei Getreideähren, zwei Straußenfedern und einem Granatapfel besteht. Die Augen wurden mit kleinen Goldplatten aufgelegt. Zwei Vertiefungen auf den Goldplatten fungieren als die Pupillen der Göttin.Um die ägyptischen Gottheiten besser in der hellenistischen Weltanschauung integrieren zu können, fand bereits vor der Eroberung Alexanders des Großen die Angleichung ägyptischer Gottheiten mit den hellenistischen statt. So wurde Isis zum Beispiel häufig mit Demeter, Io oder Aphrodite gleichgesetzt. Die vielfachen Bedeutungen und Eigenschaften der ägyptischen Isis machte sie jedoch zu einer allumfassenden Göttin, die mit allen Göttinnen identisch war. Als Pendant zu dem neu kreierten ägyptisch-hellenistischen All- und Dynastiegott Serapis bekam Isis ebenfalls eine hellenistische Darstellungsform. Die vielfältigen Kronenvarianten und Attribute der Isis, analog zu den zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Göttinnen, dienen dabei als Modifikations- und Verstärkungselemente sowie der Einbindung in kultische und mythische Zusammenhänge.So kennzeichnen die Kuhhörner der Berliner Isis-Büste, die zusammen mit den hohen Straußenfedern die Verbindung mit der ägyptischen Göttin Hathor verdeutlichen, genauso wie zur hellenistischen Io. Die Ähren und der Granatapfel stehen zudem für den Zusammenhang der Isis mit Demeter und Kore-Persephone. In dieser Gestalt der Isis tritt der Natur- und Fruchtbarkeitsaspekt deutlich in den Vordergrund.Des Weiteren wies der Bereich Palästina schon in pharaonischer Zeit enge Kontakte mit Ägypten auf. Hinzu kommt, dass sich die Isis-Kulte in der griechisch-römischen Zeit weit über die Grenzen Ägyptens hinaus über den gesamten Mittelmeerraum verbreiteten. Daher ist es nicht verwunderlich, im Land Israel solch eine Isis-Büste finden zu können.(I. Liao)