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Tempelrelief mit Darstellung des falkenköpfigen Aton und des Königs Amenophis IV.

Ident. Nr.: ÄM 2072

ObjID: obj:607138

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tempelrelief mit Darstellung des falkenköpfigen Aton und des Königs Amenophis IV.
Übersetzung: Relief depicting the falcon-headed Aten and the king Amenhotep IV
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 72 x 151 x 27 cm

Objektbeschreibung

Der Reliefblock aus Karnak stammt wohl aus den ersten beiden Regierungsjahren Amenophis’ IV. und gehört zu den wenigen Beispielen, die den Pharao noch in der in Theben traditionellen Darstellungsweise zeigen. Das Relief ist in zwei Bildfelder unterteilt, die durch eine senkrechte Inschriftenzeile getrennt sind. Auf der linken Seite ist ein falkenköpfiger Sonnengott dargestellt und auf der rechten Seite Amenophis IV. mit der Blauen Krone. Die Ikonographie in der Darstellung entspricht dem Stil von Amenophis III. Das Gesicht von Amenophis IV./Echnaton ähnelt seinem Vater sehr. Die Inschriften hingegen tendieren bereits zu den neuen religiösen Vorstellungen, und auch die Sonnenscheibe über dem Kopf Amenophis’ IV. mit den Lebenszeichen am unteren Rand sind Vorboten eines Motivs, welches zu den bekanntesten in der Amarnazeit gehört: der Gott Aton dargestellt durch eine Sonnenscheibe, dessen Strahlen in Hände auslaufen und Lebenszeichen halten.
Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 206 (Kat.-Nr. 7).

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).