Logo

Mumienporträt einer Frau mit Goldohrringen und Lunula/Mondsichel-Anhänger

Ident. Nr.: ÄM 10974

ObjID: obj:607491

Details (Expert)

Beteiligte
Flinders Petrie (3.6.1853 - 28.7.1942),
Grabungsleiter*in
Datierung
1. Jh. n. Chr.
Genauer: 2. Hälfte des 1. Jh. n. Chr.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mumienporträt einer Frau mit Goldohrringen und Lunula/Mondsichel-Anhänger
Übersetzung: Mummy portrait of a woman with gold earrings and lunula/crescent moon pendant
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 32,5 x 21,8 cm

Objektbeschreibung

Das Porträt stammt aus den Grabungen W. M. F. Petries in Hawara. Es zeigt eine junge Frau mit leicht nach rechts gedrehtem Kopf. Ihr rundes Gesicht wird durch die buschigen Augenbrauen und weit auseinanderstehenden Augen dominiert. Ihr Blick folgt der Kopfwendung. Das schwarze lockige Haar ist auf dem Scheitel mit einem ockerfarbenen Band zusammengefasst. Bekleidet ist die Frau mit einem dunkelvioletten Mantel über der linken Schulter. Darunter sind wohl zwei Untergewänder erkennbar – dass eine farbig gefasst, das andere nur an dem netzartigen, vergoldetem Textil erkennbar. Der plastisch modellierte und vergoldete Schmuck besteht aus Ohrringen mit einer kleinen Kugel und einer daran hängenden großen Scheibe sowie einem schmalen, dunklen textilen Halsband mit einer lunula. Die Frisur entspricht der um 70 n. Chr. herrschenden Mode.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 04.09.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).