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Opferplatte mit Götterdarstellungen und meroitischer Inschrift

Ident. Nr.: ÄM 2254

ObjID: obj:757644

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Datierung
Meroitisch
Datierung engl.: Meroitic Period (Kingdom of Kush)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Opferplatte mit Götterdarstellungen und meroitischer Inschrift
Übersetzung: Offering plate with a depiction of gods and a Meroitic inscription
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51,5 x 44,5 x 8,5 cm

Objektbeschreibung

Aus dem Ende des Reiches von Meroë stammt die Opfertafel für den König Tamelordeamani, dessen Grab bislang noch nicht mit Sicherheit identifiziert werden konnte. Aus dem kursiv geschriebenen Text in meroitischer Sprache können folgender Passagen verstanden werden: "O Isis, o Osiris, dem Tamelordeamani, den Araqatanmakasa gebar, den Teritanide erzeugte, ein reichliches (?) ... möge ... werden. Ein guter Nil möge ... werden ... möge ...".
Die Darstellung in der Mitte der rechteckigen Platte zeigt links die Göttin Isis, rechts den Gott Anubis beim Trankopfer an einem Altar, auf dem vier kugelige Gefäße aufgestellt sind. Besondere Beachtung verdient hier ein stilistisches Detail. Der zurückgesetzte Fuß ist bei beiden Gottheiten an der Ferse angehoben, so daß der Eindruck einer latenten Bewegung entsteht. Die meroitische Kunst hat mit dieser Darstellungsweise ein eigenständiges Äquivalent zu der typisch ägyptischen Darstellung der bewegten - oder bewegungsbereiten - Figur gefunden, zum Vorsetzen eines Beines bei gleichzeitiger Beibehaltung der senkrechten Körperachse. Darüber hinaus sind die Darstellungen des vornehmlich männlichen Gottes Anubis auf den Opfertafeln häufig mit langen Frauenkleidern abgebildet.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).