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Doppelstatuette des Nachtmin und seiner Mutter Meres-ger

Ident. Nr.: ÄM 4422

ObjID: obj:758258

Details (Expert)

Datierung
19. Dynastie
Datierung engl.: 19th Dynasty
Weitere Titel
Sammlungstitel: Doppelstatuette des Nachtmin und seiner Mutter Meres-ger
Übersetzung: Pair statue of Nakhtmin and his mother Meresger
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 32 x 20 x 11,5 cm

Objektbeschreibung

Die Doppelstatue stellt Nacht-Min und eine Frau namens Meres-ger dar. Beide sind barfuß und stehen in Schrittstellung vor einer hohen Rückwand nebeneinander. Die linke Hand des Mannes umfasst einen falkenköpfigen Götterstab und seine rechte liegt ausgestreckt auf seinem langen, plissierten Schurz. Sowohl auf dem Stab als auch auf dem Schurz befindet sich eine Inschrift, die Nacht-Min als „Großen des Hauses der Königin“ benennt, eine Bezeichnung für einen Oberdomänenvorsteher. Das Grab des Nacht-Min befindet sich in Nubien, und aufgrund des Grabkontextes sowie der Inschriften ist bekannt, dass Nacht-Min unverheiratet war und die Frau an seiner Seite hier seine Mutter darstellt. In einer Inschrift neben ihrem rechten Bein wird sie als „Sängerin des Re“ betitelt. Zu dieser Position gehört auch das Sistrum in ihrer linken Hand, welches vor allem im kultischen Geschehen in einem Tempel eine bedeutende Rolle spielte. Die Kleidung und die Perücken der Personen, ebenso wie die Inschriften und Dekorationen in seinem Grab, sprechen für eine Datierung in die Ramessidenzeit. Aufgrund der Wahl des Bestattungsplatzes in Unternubien ist Nacht-Mins Abstammung aus dieser Gegend wahrscheinlich. Allerdings sind Nacht-Min wie auch seine Mutter wegen ihrer Ämter und der Nähe zum Königshaus und Tempel wahrscheinlich öfters nach Heliopolis gereist. Normalerweise waren Gruppenstatuen von Privatpersonen für den Grabbereich bestimmt, doch vor allem im Neuen Reich nahm die Zahl der privaten Tempelstatuen stark zu. Einige Merkmale dieser Doppelstatue sprechen für eine Aufstellung im Tempelbezirk: In der Inschrift auf der Rückseite wird Horus der Große/Haroëris von Heliopolis genannt. Die Nennung spricht für eine Widmung an diesen speziellen Gott und somit für eine Aufstellung der Statue in seinem Tempel in Heliopolis. Hier nahmen die Dargestellten an den kultischen Abläufen des Heiligtums teil und erhielten Opfergaben. Ein weiteres Merkmal ist die Darstellung als Stabträger. Der Götterstab drückt nicht nur die Verbundenheit zum lokalen Kult aus, sondern auch die Loyalität zum König.
(M. Jung)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Büste eines Königs

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Die bereits vieldiskutierte Büste aus Kalkstein mit roter und schwarzer Bemalung zeigt einen König der späten Amarnazeit in seinen jungen Jahren. Der Status ist eindeutig an der königlichen Kopfbinde zu erkennen, während die zeitliche Zuweisung aufgrund der Stilistik des Objektes gesichert ist. Um wen es sich jedoch handelt, bleibt ungewiss, da neben der Benennung als Echnaton und Tutanchamun auch Semenchkare in Frage kommt. Der Halskragen ist mit drei schwarzen, geschwungenen Linien gekennzeichnet und lässt nur an einigen Stellen durch rote Farbreste vermuten, dass auch Kettenglieder darauf angedeutet waren. Der kurze Hals wird nahe dem Kinn durch zwei Falten markiert, die zu den typischen Darstellungsneuerungen der Amarnazeit zählen. Das weiche, runde Gesicht und die nur leicht angedeuteten Nasolabialfalten weisen auf die Jugendlichkeit des Pharaos hin. Mit den heruntergezogenen Mundwinkeln folgt die Physiognomie ganz der Tradition der sicher zugewiesenen Porträts des Echnaton, was auf einen seiner Nachfolger hinweist. Die vergleichsweise kleinen und schmalen Augen werden von einem noch partiell erhaltenen Tuschestrich umrahmt. Die Augen waren ursprünglich bemalt und nicht für Einlagen bestimmt. Besonders deutlich rahmen die dicken schwarzen Augenbrauen die obere Gesichtspartie des Königs. Da sich am Hinterkopf der Büste kein Zapfen befindet, ist davon auszugehen, dass dieses Porträt mit einer Perücke bzw. einem Kopftuch anstatt einer in die Höhe reichenden Krone versehen werden sollte. Bei dem Haus P 49.6, aus dem das Objekt stammt, handelt es sich um eine Bildhauerwerkstatt, ähnlich der, die dem Künstler Thutmosis (P 47.1–3) zugeschrieben wird. Das Anwesen ist jedoch bedeutend kleiner und anders strukturiert. Zum selben Fundkontext wie die Büste (aus Raum 6) gehören die berühmten ineinanderfassenden Hände (ÄM 20494) sowie die unfertige Gesichtseinlage des Königs (ÄM 22275) aus gelbem Sandstein (aus Raum 5).Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 414 (Kat.-Nr. 201).

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Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnliche Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).I. Regulski

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Über die Mumifizierung des Mannes mit der Maske berichtet der Ausgräber Richard von Kaufmann keine Einzelheiten und da auch dieser Körper noch vor Ort in Ägypten ausgewickelt wurde, bleibt heute nur die Maske selbst, die im Folgenden näher betrachtet werden kann. Gefertigt wurde sie aus Textilkartonage, deren Stuckschicht in großen Teilen mit einem Goldanstrich versehen ist. Von einer Befestigung am Körper zeugen zwei Löcher am unteren Rand.Zu erkennen ist ein Mann mit einem Vollbart sowie zwei Reihen lanzettförmiger Haarsträhnen über der Stirn. Beide Arme sind angewinkelt und umhüllt von einer Toga, die als Mantel verstanden werden kann. Darunter trägt er eine Tunika, eine Art langes Hemd. Das über den Kopf gezogenen Togateil, capite velato, zeichnet den Mann als Opfernden nach römischem Ritus aus. Sein Gestus kann zugleich als demütige Haltung gegenüber den Göttern zur Sicherung von deren Wohlwollen verstanden werden. In seiner Rechten hält er einen Kranz oder eine Girlande aus Rosenblütenblättern.Der einzige Schmuck findet sich auf dem Ringfinger seiner linken Hand – ein Siegelring mit einer undekorierten ovalen Platte. Ringe zählten zu den beliebtesten Schmuckstücken der Römer. Die reich verzierten, teuren Ringe der römischen Männer waren oftmals nicht nur Schmuck, sondern hatten auch den Zweck, Dokumente zum Zeichen der Echtheit zu siegeln. Zu dieser Zeit wurden offizielle Schriftstücke nicht etwa mit einer Unterschrift versehen, sondern mit dem Siegel des Absenders verschlossen. Dieser Ring kann als Attribut eines Mannes verstanden werden, der zum gehobenen Teil des bürgerlich-aristokratischen Systems gehörte.Die Annahme, dass es sich um eine Person von hohem sozialem Status handelt, wird anhand der aufwendig gearbeiteten Augeneinlagen verstärkt: Während das Innere aus schwarzem und weißem Stein gefertigt ist, wurden die Wimpern aus sorgsam geschnittenem Bronzeblech hergestellt. Im Unterschied zu anderen Masken sind jedoch die Brauen nicht aus Glas eingelegt sondern schwarz aufgemalt.(Jana Helmbold-Doyé)