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Mumiensandale mit einer gefesselten Nubierin

Ident. Nr.: ÄM 6897

ObjID: obj:760164

Details (Expert)

Datierung
Späte Ptolemäerzeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mumiensandale mit einer gefesselten Nubierin
Übersetzung: Captivated Nubian painted on sandal as part of mummy-case
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 0,5 x 6,5 x 17 cm

Objektbeschreibung

Auf der Unterseite der Mumiensandale findet sich die Darstellung einer an den Armen und Beinen gefesselten Person aus dem Süden. Der Typus ist häufig belegt, jedoch zeigt die Malerei ein seltenes Bild einer Frau, bekleidet mit einem langen, faltenreichen Gewand und einer breiten Halskette. Es könnte hiermit ein möglicher Hinweis auf eine weibliche Bestattung vorliegen. Wenn es sich um eine reale Wiedergabe handelt, müssten deren Füße jedoch kleiner als die von anderen Personen gewesen sein. Denkbar wäre eine Zugehörigkeit zu einer Kinderbestattung.
Die Nubierin verkörpert in einer Person die Bevölkerung aus dem Süden und ist zugleich Teil der Gesamtheit feindlicher Mächte. In der Regel zeigt die zweite Sandale immer einen Vetreter aus dem Norden. Durch das Bild auf der Sohle wird das Gefährliche und Böse vom Verstorbenen dauerhaft gebannt und besiegt.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).