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Pektoral des Pa-nehesi

Ident. Nr.: ÄM 1984

ObjID: obj:760191

Details (Expert)

Beteiligte
Jacob Salomon Bartholdy (13.5.1779 - 27.7.1825),
Vorbesitzer*in
Datierung
20. Dynastie
Datierung engl.: 20th Dynasty
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pektoral des Pa-nehesi
Übersetzung: Pectoral of Panehesi
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 10,6 x 10,2 x 2,6 cm

Objektbeschreibung

Das Pektoral gehörte dem Obersalbenkocher Pa-nehesi. Die Vorderseite ziert ein großer, aufgesetzter Skarabäus. Er befindet sich in einer Barke und wird von den Göttinnen Isis (links) und Nephthys (rechts) flankiert. Die Szene ist oben von einer – aus der Architektur entlehnten – Hohlkehle mit geflügelter Sonnenscheibe sowie einem Rundstab und unten durch ein Band von herabhängenden Lotosblumen begrenzt. Auf der Rückseite des Objekts ist mittig die Unterseite des aufgesetzten Skarabäus mit einer Inschrift dargestellt. Rechts davor befindet sich Pa-nehesi. In betender Haltung steht er mit erhobenen Händen Osiris gegenüber, dem Totengott im Alten Ägypten. Er war entscheidend für die jenseitige Existenz des Verstorbenen. Osiris ist mumifiziert und mit der Atef-Krone dargestellt. In den Händen hält er seine Herrschaftsinsignien, den Krummstab und die Geißel. Über ihm steht sein Name in Hieroglyphen. Pektorale, wörtlich Brustschmuck, sind kleine Täfelchen, welche an einem Band oder einer Kette um den Hals getragen wurden. Sie wurden vor allem den Verstorbenen mit ins Grab gegeben. Dort platzierte man sie auf der Mumie und befestigte sie auf den Leinenbinden im Brustbereich.
Zu beliebten Motiven zählt die Darstellung eines Skarabäus in der Barke. Mit diesem Bild wird der Sonnenlauf thematisiert. Dies stand in direktem Bezug zum Verstorbenen, denn die Voraussetzung für ein Leben im Jenseits war die Wiedergeburt nach dem Tod, wie der Aufstieg der Sonne nach ihrer Unterwelts- bzw. Nachtfahrt. Bei diesem Pektoral war der Skarabäus jedoch nicht nur als Verkörperung der aufgehenden Sonne gedacht, sondern er hatte eine zweite Funktion. Die Inschrift auf der Rückseite kennzeichnet ihn als sogenannten Herzskarabäus. Bevor Pa-nehesi ins Jenseits übergehen durfte, musste er vor das Totengericht treten, dem Osiris als oberster Richter vorstand. Sein Herz wird mit der Feder der Maat, der Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit, auf einer Waage gewogen. Während dieses Vorganges spricht der Verstorbene das sogenannte negative Sündenbekenntnis und zählt alle schlechten Handlungen auf, die er nicht begangen hat. Wenn sein Herz leichter als die Feder ist, darf er ins Jenseits übergehen. Und damit das auch garantiert war, wurde das Herz vorher mit Herz-Sprüchen beschworen, die auf der Unterseite dieser Skarabäen in unterschiedlichen Ausführungen erhalten sind. Hier ist es auf die Namensnennung reduziert worden.
(M. Jung)

Letzte Aktualisierung: 10.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).