Logo

Figur eines knieenden Mischwesens, das die Götter Horus, Amun, Min und Hapi in sich vereint

Ident. Nr.: ÄM 7790

ObjID: obj:761455

Details (Expert)

Datierung
Spätzeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 27 x 8,9 x 15,5 cm

Objektbeschreibung

Diese Statuette zeigt eine kniende, menschliche Gestalt mit Widderkopf, Strähnenperücke und Flügeln eines Vogels. Mit der linken Hand umfasst sie den Phallus, wohingegen die rechte zur Faust geballt auf dem Oberschenkel liegt. In der Statuette sind verschiedene Götter vereint, wobei der Widderkopf für Amun, die Flügel für Horus und die ityphallische Haltung für Min stehen könnten. Die Darstellung eines knienden Gottes ist äußerst selten belegt. Einer der wenigen Götter, der kniend gezeigt wird, ist der Gott der Nilflut Hapi. Auch der rundliche Bauch, die recht breiten Hüften und die ausgeprägte Wölbung des Brustbereichs stimmen mit der Ikonographie des Gottes Hapi überein. Somit vereint sich in dieser Statuette eine Vielzahl von Göttern, die mit Fruchtbarkeit und Wiedergeburt assoziiert werden können. Im 2. Weltkrieg erlitt die Statue erhebliche Schäden. Durch historische Aufnahmen und Gipsabgüsse der Statuette ist bekannt, dass sie in ihrem unbeschädigten Zustand auf der rechten Seite des niedrigen Sockels eine Inschrift trug, die heute verloren ist. Diese Inschrift lautete: „Amun-Re, Leiter des Schiffes, Herr der Kraft“.
(Jalina Tschernig)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).