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Oberteil einer Stele

Ident. Nr.: ÄM 11578

ObjID: obj:762017

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
Späte Ptolemäerzeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Oberteil einer Stele
Übersetzung: Upper part of a stela
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 37,5 x 50,5 x 11 cm

Objektbeschreibung

Das abgerundete Stelenoberteil zeigt in erhabenem Relief insgesamt fünf Personen, zwischen denen sich rechteckige Felder finden, ‚Kolumnen‛, die alle ohne Inschriften blieben oder womöglich nicht mehr erhalten sind. In diesen stehen gewöhnlich die Namen, Titel sowie Epitheta der Dargestellten neben formelhaften Texten, die partiell einer Beschreibung der jeweiligen Szene gleichkommen.
Stilistisch ist das Berliner Stück in die spätptolemäische Zeit einzuordnen, auch wenn das Relief im Unterschied zu anderen Stelen erhaben gearbeitet wurde. Es bleibt zu vermuten, dass die plastische Modellierung durch die ehemaligen Binnenzeichnungen betont wurde, von denen jedoch keine Farbreste nachgewiesen werden konnten. Zudem sind die kugeligen Bäuche und Brüste der weiblichen Personen kennzeichnend für diesen Zeitraum.
Als Ganzes betrachtet gehört die Stele zu der Gruppe der ‚Landschenkungsstelen‛, die im oberen Bereich den Spender mit dem Opfer und den durch das Opfer bedachten Gottheiten zeigt. Sie markierten die Grenzen der Ackerflächen, die von einem König zugunsten eines Tempels gestiftet wurden. Damit gehörte das Land dem Tempel, das von diesem gewinnbringend verpachtet wurde. Auch der Aufbau der Szene auf der Berliner Stele ist repräsentativ für dieses Korpus: Die opfernde Partei steht rechts, die empfangende, göttliche Partei ist links dargestellt. Der oft schlechte Erhaltungszustand der Stelen wird auf ihren Aufstellungskontext zurückgeführt, da sie wohl in den Boden eingegraben waren. Sehr wahrscheinlich folgte unter dem Bildfeld eine glatte, unbeschriebene Fläche. Damit kann auch bei dem vorliegenden Stück der unebene, untere Rand erklärt werden, der nicht allein auf Kriegsschäden zurückzuführen ist.
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

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