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Scheintür des Sokarhotep

Ident. Nr.: ÄM 11667

ObjID: obj:762274

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
5. Dynastie
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 84 x 34 x 10,5 cm

Objektbeschreibung

Die Scheintür wurde in einem Stück aus Kalkstein gefertigt. Sie ist relativ einfach in der Ausführung, die Reliefs und Inschriften sind von minderer Qualität und in unterschiedlichen Techniken ausgeführt. Dies lässt vermuten, dass hier unterschiedliche Handwerker tätig waren. Die Inschrift besagt, dass die Scheintür des Sokar-hotep von seinem Sohn Rudj gestiftet wurde. Die schlichte Gestaltung lässt vermuten, dass der Besitzer der Scheintür eher einen mittleren Verwaltungsposten bekleidete. Zentraler Mittelpunkt ist die zwischen dem oberen und unteren Sturzbalken eingefügte ‚Speisetischszene‛. Sie zeigt den Verstorbenen mit einem knielangen Schurz bekleidet, auf einem Hocker sitzend, vor einem mit Opfergaben bestückten Opfertisch. Während im rechts davon befindlichen Bildfeld weitere Gaben zu sehen sind, ist auf der linken Szene die Ehefrau des Verstorbenen, Duat-nub, abgebildet. Sie trägt ein knöchellanges Kleid und sitzt auf einem ähnlichen Hocker wie ihr Ehemann. Duat-nub riecht an einer Lotosblüte, die sie mit beiden Händen hält. Auf den äußeren und inneren Türpfosten sind weitere Familienmitglieder sowie Bedienstete zu sehen. Durch ihre Größe werden hier vor allem die auf dem rechten äußeren Pfosten dargestellten Personen hervorgehoben. Von oben nach unten sind es sein Sohn Rudj, seine Schwiegertochter Senet-kau und sein Enkel (?) Sokar-hotep. Bei den drei nackten Jünglingen, die auf dem rechten Innenpfosten zu sehen sind, wird es sich wahrscheinlich um weitere Angehörige handeln. Bei den anderen auf den Türpfosten abgebildeten Personen sind wohl eher Diener bzw. Opfergabenträger zu vermuten.
Sokar-hotep bekleidete das Amt eines Vorstehers des Hauses der Schemat-Leinen (?). Dieser Verwaltungstitel ist sehr selten belegt, so dass wir kaum etwas über ihn wissen.
Bisher konnte das Grab des Sokar-hotep nicht lokalisiert werden. Unter Zuhilfenahme von ikonographischen und paläographischen Charakteristika lässt sich jedoch die Provenienz des Stückes eingrenzen. Die Darstellung von Familienangehörigen und Dienern auf den Türpfosten weist auf die Nekropole von Giza hin. Die für die Lokalisierung herangezogenen Kriterien lassen sich auch für die Datierung der Scheintür anwenden. Hinzu kommen stilistische und ikonographische Merkmale, wie z. B. der Hocker mit einem Kissen an der kurzen Lehne oder die im versunkenen Relief gestalteten Figuren und Texte. Dies lässt auf eine Fertigung zwischen der Mitte bis zum Ende der 5. Dynastie schließen.
(Klaus Finneiser

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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