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Mumienmaske des Mysthas

Ident. Nr.: ÄM 11746

ObjID: obj:762504

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
1. Jh. v. Chr.–1. Jh. n. Chr.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mumienmaske des Mysthas
Übersetzung: Mummy mask of Mysthas
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 55 x 30 x 25 cm

Objektbeschreibung

Die trotz ihrer Beschädigungen eindrucksvolle Mumienmaske gehört zu einer Gruppe, anhand derer sich der römische Einfluss auf ursprünglich rein ägyptische Darstellungen nachweisen lässt. Zudem sind große Partien der Reliefdekoration in einem deutlich größeren Umfang vergoldet als bei zahlreichen anderen Exemplaren. Hier sind neben den Gesichts- und Halspartien auch die breiten Perückensträhnen sowie der entsprechende Zwischenraum und zudem der Kopf bis zum Scheitel eingeschlossen. Hinzu kommen auf dem Haupt Einlagen aus farbigem Glas für einen ehemals dunkelblauen Skarabäus sowie eine Sonnenscheibe und eine hockende Gottheit im Brustbereich. Die Augen waren ebenfalls eingelegt – deren Material ist jedoch nicht mehr zu ermitteln
Während alle Kolumnen ohne Inschriften blieben, finden sich hier in Kopfhöhe zwei ausgefüllte Kolumnen mit einer prinzipiell linksläufigen Hieroglyphenaufschrift: „Gegeben werde Leben, Wohlergehen (und) Dauer (in) Ewigkeit.“
Die Inschrift ist, für diese späte Zeit nicht unüblich, verderbt, alle Zeichen weichen von der Standardform ab. Texte auf sehr späten Objekten wie dieser Maske erfüllten inzwischen eher den Zweck eines dekorativen Bildelementes als den eines tatsächlichen Textes mit Inhalt. Nichtsdestotrotz ist die Inschrift lesbar.
Direkt über der Stirn befindet sich eine weitere, allerdings griechische Inschrift. Diese ist in der Mitte unterhalb der nicht mehr vorhandenen Sonnenscheibe unterbrochen. Wir erfahren hier den Namen und den Beruf des Inhabers dieser Mumienmaske. Es handelt sich um einen Mysthas, Sohn des Alexandros, der dem Beruf des Vergolders nachging. Während die Nennung des Inhabers einer Mumienmaske durchaus nicht ungewöhnlich ist, so ist die Erwähnung des Berufs auf einer solchen Maske sehr selten. Hinzu kommt, dass die Berufsbezeichnung „Vergolder“ in den bisher bekannten griechischen Texten Ägyptens nicht erscheint. Diese Angabe lässt auf Spezialisten schließen, die die Ausstattung von Tempeln oder Gräber vergoldet haben, und so u. a. auch mit der Vergoldung von Mumienmasken betraut waren. Somit handelt es sich um eine überdurchschnittlich reich geschmückte Mumienmaske eines Mannes namens Mysthas, dessen Beruf Vergolder war – eine bislang einzigartige Benennung. Er ist wohlgenährt mit einem pausbäckigen Gesicht, einem Doppelkinn und dem modischen Lächeln dieser Zeit dargestellt.
(Marius Gerhardt – Jana Helmbold-Doyé – Jan Moje)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

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