Logo

Statuette einer Frau mit Kind

Ident. Nr.: ÄM 14371

ObjID: obj:763955

Details (Expert)

Beteiligte
Mohareb Todrus (ca. 1847 - 1937),
Vorbesitzer*in
Datierung
frühere Datierung: Byzantinische (Koptische) Zeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16,9 x 6,1 x 2,6 cm

Objektbeschreibung

Die Modellierung der flachen Terrakotte wird vor allem durch die kräftige Bemalung umgesetzt. Erkennbar ist eine Frau mit einem Kind in ihrem linken Arm, das sich an ihr festhält. Die Art der aufgemalten Bekleidung wird unterschiedlich gedeutet: Entweder konnten ein kurzärmliges Untergewand und ein weißer Überhang oder eine langärmelige Tunika, die am unteren Saum die schrag schraffierten Gewandpartien des Untergewandes freigibt, gemeint sein. Diese Schraffur soll eine Sitzposition mit auseinandergestellten Beinen
andeuten. Das eckige Gesicht der Frau wird von den überproportional großen Augen dominiert. Die kurzen diagonalen Striche am Kopfende konnten einen Kranz oder auch zusammengebundenes Haar imitieren.
J. Helmbold-Doyé

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).