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Fragment eines Reliefs mit Darstellung einer Jagdszene

Ident. Nr.: ÄM 14593

ObjID: obj:764428

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
Mittleres Reich
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 31,2 x 32 x 3,5 cm

Objektbeschreibung

Das Kalksteinfragment gehörte zur oberen Partie einer Grabwand mit Darstellungen im erhabenen Relief. Als oberer Abschluss des Fragments sieht man das Oberteil des grob ausgearbeiteten, sogenannten Cheker-Frieses, der häufig als das oberste Dekorationselement einer ägyptischen Wandfläche zu sehen ist.
Die Darstellungen unterhalb des Cheker-Frieses sind Teil einer größeren Szene der Wüstenjagd, die ein beliebtes Bildthema für die ägyptische Grabdekoration war. Am linken Rand ist das hohe Gatter zu sehen, mit dem das Jagdgebiet eingezäunt wurde. In solch einem eingezäunten Terrain wurden die Bewegungs- und Fluchtmöglichkeiten der eingeschlossenen Tiere in erheblichem Maße eingeschränkt. Dies versprach den Jägern reichliche Beute. Im oberen Register sind zwei Strauße und zwei Steinböcke mit einem Jungtier dargestellt. Die beiden Strauße und der hintere Steinbock werden von einem sehr langen Pfeil durchbohrt. Der Jäger und der Jagdhelfer befanden sich nach der Lage des Pfeils zu urteilen links der durchbohrten Tiere. Im unteren Register des Blocks sind weitere Wüstentiere, wie zum Beispiel ein springender Hase unten links und eine sich in einer Vertiefung versteckende Eidechse oben rechts zu sehen. In der Mitte des unteren Registers ist ein Jagdhund dargestellt, der einem Tier an den Hals geht, während ein anderer, nach hinten blickender Jagdhund links oben abgebildet ist. Der zurückblickende Hund und die sich versteckende Eidechse befinden sich auf erhöhten, gewellten Linien, die die hügelige Wüstenlandschaft andeuten sollen.
Obwohl auch Darstellungen der Jagd in der offenen Wüste belegt sind, finden die meisten dargestellten Wüstenjagden in den Gräbern des Mittleren Reiches in einem eingezäunten Wüstengelände statt. Neben dem Gedanken der Nahrungsbeschaffung wurde die Jagd in der Wüste bzw. in dem eingezäunten Wüstengelände zu einer Freizeitbeschäftigung der ägyptischen Elite. Eine Szene dieses Themas diente außerdem als Metapher für das Bezwingen der Gefahr und die Aufrechterhaltung der Weltordnung.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).