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Statuette eines Krokodils mit Falkenkopf

Ident. Nr.: ÄM 20598

ObjID: obj:766428

Details (Expert)

Beteiligte
Henry Martyn Kennard (17.2.1833 - 3.8.1911),
Vorbesitzer*in
Datierung
Spätzeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette eines Krokodils mit Falkenkopf
Übersetzung: Statuette of a Falcon-Headed Crocodile
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 5,5 x 3,8 x 21,2 cm

Objektbeschreibung

Die Statuette zeigt ein falkenköpfiges Krokodil, das auf einer schmalen Plinthe liegt. Der Falkenkopf ist leicht angehoben. Während das Schuppenmuster den Körper des Mischwesens überzieht, ziert ein Federkleid seinen Kopfbereich. In dieser Gestalt ist wahrscheinlich der Krokodilgott Sobek mit dem Sonnengott Re oder Horus verschmolzen, um Sobek – Herrscher über das Wasser und Fruchtbarkeitsgott – einen solaren Bezug zuzuschreiben.
In den späthieratischen Hymnen auf Sobek wird der Krokodilgott in seiner Eigenschaft als Sonnen- und Himmelsgott mit einem Falkenhaupt beschrieben. Daneben konnte die Erscheinungsform des Horus als „Horus, der in Schenut ist“ ab der Spätzeit als ein Krokodil mit Falkenkopf abgebildet werden. Ab der Ptolemäerzeit weisen die Darstellungen des Soknopaios, eine lokale Variante des Gottes Sobek im Fayum, ebenfalls diese Ikonographie auf.
I. Liao

Letzte Aktualisierung: 16.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).