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Opferbecken mit einem Anch-Zeichen und Tülle in Gestalt eines Löwenkopfes

Ident. Nr.: ÄM 20617

ObjID: obj:766468

Details (Expert)

Beteiligte
John Garstang (5.5.1876 - 12.9.1956),
Grabungsleiter*in
Henry Martyn Kennard (17.2.1833 - 3.8.1911),
Vorbesitzer*in
Datierung
Meroitisch
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 12 x 23,5 x 45,5 cm

Objektbeschreibung

Das rechteckige Opferbecken wurde zusammen mit weiteren in Meroe gefunden. Es besteht aus gebranntem Nilton, dessen Oberfläche mit einem dunkelroten Überzug versehen ist, über dem sich an einigen Stellen weiße Farbspuren finden. Der innere Bereich ist mithilfe eines Anch-Zeichens in neun Bereiche aufgeteilt, von denen fünf durch kleine Löcher miteinander verbunden sind, sodass die Innenfläche des Symbols mit Flüssigkeit belebt werden konnte. An einer der äußeren Schmalseiten ist eine tiergestaltige Tülle angebracht, welche einen Löwenkopf darstellt. Neben ihr ist ein aufgemaltes Anch-Zeichen aus weißer Farbe erhalten. Die gegenüberliegende Seite ist an dieser Stelle großflächig beschädigt. Anhand der schrägen Anbringung der Tülle und Benutzungsspuren im Inneren kann von einer Nutzung ausgegangen werden.
Vergleichsstücke stammen aus dem Tempel des löwengestaltigen Gottes Apedemak aus Naga und Meroe. Letzteres wurde in situ, im Tempelboden eingelassen, aufgefunden. Diese Objekte dienten der Aufnahme von Libationsflüssigkeiten und wurden sowohl in Tempeln als auch vor Gräbern platziert. Möglicherweise stammt auch dieses Objekt aus dem Bereich des Apedemak-Tempels von Meroe wie der entsprechend gestaltete Ausguss vermuten lässt.
(N. Overesch)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).