Logo

Pfostensarg der Tadja

Ident. Nr.: ÄM 16997

ObjID: obj:766788

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Datierung
25. Dynastie (Kuschiten)
Genauer: um 700 v. Chr.
Datierung engl.: 746 BCE to 655 BCE, 25th Dynasty(Kushite)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pfostensarg der Tadja
Übersetzung: Sarcophagus of Tadja with posts and vaulted lid
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz (Material); grundiert, bemalt
Abmessungen
Länge x Breite x Tiefe: 156 x 49 x 57 cm

Objektbeschreibung

Die schlichte Dekoration des Pfostensarges der Tadja, eines jung verstorbenen Mädchens, das in Abusir el-Meleq bestattet wurde, ist heute fast gänzlich zerstört. Der gewölbte Deckel birgt eine mit schwarz aufgetragene, senkrechte Inschrift auf dem Mittelbrett. Die Pfosten- und Rahmenhölzer der Sargwanne sind dunkelbraun gestrichen und tragen hieroglyphische Inschriften. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Opferformeln, die den Namen der Vorstorbenen bergen. Die eher schlichte, farbig aufgetragene Dekoration, die nur auf den Außenseiten des Sarges zu finden ist, besteht an den Langseiten aus je vier mumienförmigen Göttern in Schreinen, die durch heute kaum noch erkennbare rote Scheintüren voneinander getrennt werden. Sie blicken in Richtung Sargende, wo der Kopf der Verstorbenen ruhte. Zwei von diesen Figuren können dank der erhaltenen Beischriften als Duamutef und Kebechsenuef, als zwei der Horussöhne, identifiziert werden. Die Dekoration an der Schmalseite am Kopfende des Sarges ist heute vollständig verloren. Alte Inventaraufzeichnungen belegen die Darstellung von zwei Udjat-Augen und einem zentralen nfr-Zeichen. Am Fußende ist ein weiterer Schrein angebracht, auf den - laut älteren Aufzeichnungen - die Tote zu schreiten soll. Die vollständig erhaltene Bestattung, die aus ca. 60 weiteren Objekten besteht, darunter ein Innensarg, Musikinstrumente, Skulpturen, Schmuck und Kopfstützen, wird heute in Berlin aufbewahrt.

Letzte Aktualisierung: 17.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).