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Statuette eines gefesselten Nubiers im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen

Ident. Nr.: ÄM 17345

ObjID: obj:768864

Details (Expert)

Datierung
Neues Reich
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette eines gefesselten Nubiers im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen
Übersetzung: Statuette of a bounded Nubian, related to the destruction of enemies
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 12,5 x 2,5 x 5 cm
Länge: 11,8 cm (lt. Inv.)
Gewicht: 20 g

Objektbeschreibung

Die hölzerne Statuette gibt einen ursprünglich gefesselten Nubier wieder. Bekleidet ist er mit einem einfachen, knielangen Schurz. Kopf und Arme waren separat gearbeitet und konnten mit Hilfe von Dübeln oder Zapfen angesetzt werden. Das Objekt weist am Schurz und im Bereich des Rückens Bohrungen auf, die auf eine Befestigung mit einem anderen Gegenstand deuten könnten. Zudem gehört ein Verbindungsstück, das im Rücken befestigt ist, zu diesem Objekt und führte zu einer Verbindung mit einem Gegenstück. Es ist wohl im Zusammenhang mit der Feindvernichtung zu sehen. Ein Beispiel aus dem British Museum (EA 26254) zeigt einen Caniden, der mit einer solchen Statuette verbunden ist, in der dortigen Online-Datenbank leider fälschlicherweise als Spielzeug angesprochen. Unser Objekt muss wohl ebenfalls um einen Caniden ergänzt werden, der den Gefesselten angreift. Die tatsächliche Funktion unseres Objekts bleibt leider aufgrund fehlender Vergleichsbeispiele mit funktionaler Zuordnung vorerst offen.Siehe auch ÄM 14317.
(J. Jancziak)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).