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Kopf einer meroitischen Ba-Statue

Ident. Nr.: ÄM 19326

ObjID: obj:769919

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Schäfer (29.10.1868 - 6.4.1957),
Vorbesitzer*in
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf einer meroitischen Ba-Statue
Übersetzung: Head of a Meroitic Ba statue
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13,5 x 10 x 11 cm

Objektbeschreibung

Der Ba ist ein besonderer seelischer Aspekt einer Person, der sich trotz einer tiefen Verbindung mit dem Körper von diesem ablösen und entfernen kann. Nach dem Tod konnte der Ba das Grab verlassen, musste jedoch regelmäßig zurückkehren, um sich mit der Mumie zu vereinen und so seine Existenz zu sichern. Häufig wurde der Ba als Vogel mit einem menschlichen Kopf dargestellt, was seine Fähigkeit symbolisiert, zwischen den Welten zu reisen.
Die Nubier der meroitischen Periode (ca. 270 v. Chr. – 350 n. Chr.) übernahmen die Vorstellung der Seele als geistigen Teil einer Person und schufen ihre eigene Art von Ba-Statuen mit menschlichen Körpern und Vogelflügeln. Sie fertigten diese Skulpturen für die Beigabe in Gräber in einem nichtägyptischen Stil, der sich der Abstraktion annähert. Oft ist der Kopf vom Körper getrennt, möglicherweise als Ergebnis eines Rituals, oder sie konnten separat auf den Körper einer Ba-Statue gesetzt werden. Großformatige Exemplare, wie dieses Objekt, ersetzten wahrscheinlich die Statue selbst und wurden ausschließlich auf den Kopf reduziert. 
Der Kopf ist grob ausgearbeitet und zeichnet sich durch einen schmalen Mund mit breiten Lippen, eine markante Nase und leicht abstehende Ohren aus. Die Augen treten ohne detaillierte Ausarbeitung plastisch aus dem umgebenden Stein hervor, wodurch der charakteristische starre Blick dieser Objektgruppe verstärkt wird. An der Stirn befinden sich horizontale und vertikale Einritzungen, die möglicherweise den Haaransatz andeuten.
I. Regulski

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).