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Kronprinz Thutmosis auf der Totenbahre (Bahrenuschebti)

Ident. Nr.: VÄGM 1997/117

ObjID: obj:770846

Details (Expert)

Datierung
Amenophis (Amenhotep) III.
Datierung engl.: Amenhotep III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kronprinz Thutmosis auf der Totenbahre (Bahrenuschebti)
Übersetzung: Statuette of crown prince Thutmose on a funerary bier
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 5 x 9,8 x 4,4 cm

Objektbeschreibung

Die kleine Statuette zeigt den Kronprinzen Thutmosis auf einer Löwenbahre. Am Kopf- und am erhöhten Fußende sind die beiden Göttinnen Isis und Nephthys dargestellt. Die Inschrift auf der Längsseite der Totenbahre nennt die Namen und Titel des Thronfolgers: „Königssohn, Sem-Priester, Thutmosis, der Gerechtfertigte“. Aber Thutmosis trägt nicht nur den Titel eines Sem-Priesters, sondern ihm wurde auch das Amt des Hohepriesters des Gottes Ptah von Memphis übertragen. Das belegt auch die runde Perücke mit einer herabfallenden Haarsträhne auf der rechten Seite der Statuette. Königin Teje und Pharao Amenophis III. hatten mindestens sechs gemeinsame Kinder: zwei Söhne und vier Töchter. Der älteste Sohn Thutmosis verstarb bereits im 30. Regierungsjahr seines Vaters und sein jüngerer Bruder Amenophis, später auch bekannt als Amenophis IV./Echnaton, wurde zum Thronfolger ernannt. Auf dem mumiengestaltigen Körper des Kronprinzen breitet der Ba-Vogel des Verstorbenen seine Flügel schützend über ihm aus. Der sogenannte Seelenvogel kommt der versinnbildlichten Vorstellung der Alten Ägypter, dass die Seele in Gestalt des Ba den Körper verlassen und wieder zu ihm zurückkehren konnte, am Nächsten. Dieses Ereignis wird im Spruch 89 aus dem Totenbuch
beschrieben und soll bewirken, „[...] dass mein Ba zu mir kommt aus jeglichem Ort, an dem er ist [...], dass er seinen Körper wiedersehe, sich auf seiner Mumie niederlasse. Er ist nicht zugrunde gegangen und nicht vernichtet worden in Ewigkeit.“ Die Wiedervereinigung des Ba mit seinem Körper zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für das Leben im Jenseits, und exakt diese Szene wird mit der kleinen Statuette verbildlicht. Objekte wie diese Totenbahre konnten Teil der Grabausstattung im Neuen Reich sein, sowohl bei privaten als auch bei königlichen Bestattungen.
(M. Jung)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).