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Grabstele der Aplonarin und des Lysimachos

Ident. Nr.: ÄM 24142

ObjID: obj:771628

Details (Expert)

Datierung
Römische Kaiserzeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 34 x 8 cm

Objektbeschreibung

Zum Korpus der wahrscheinlich aus Terenuthis, dem heutigen Dorf namens Kom Abu Billu im Westdelta, stammenden Grabstelen der Römischen Kaiserzeit gehört auch die rechteckige Stele der Aplonarin und des Lysimachos. Sie weist eine Ädikula-Umrahmung mit seitlichen Papyrussäulen und einem Rundbogengiebel auf. In dem architektonischen Rahmen ist in versenktem Relief auf einer Kline eine halbliegende Frau in hellenistischem Gewand und mit Melonenfrisur dargestellt, die in ihrer rechten Hand ein Trinkgefäß emporhält. In ihrer linken Hand hält sie eine Handgirlande. Die Kline wird nur durch die darauf befindliche Matratze und zwei Kissen, auf denen die Darstellte ihren linken Ellenbogen stützt, angedeutet. Zu ihrem Fußende sitzt ein Knabe mit Seitenlocke auf einem hohen Polster, der seine beiden Hände erhebt. Direkt über dem Knaben ist ein auf einer Konsole liegender Schakal zu sehen. Unterhalb der Darstellungen befindet sich eine in zwei waagerechten Zeilen eingravierte griechische Inschrift. Der Text lautet: „Aplonarin, (verstorben im Alter von) 40 Jahren; Lysimachos, (verstorben im Alter von) 1 Jahr. Seid guten Muts!“ Die Pluralendung des Segenwunsches wurde nachträglich – wenn auch orthographisch ungenau – hinzugefügt.
Die verstorbene Aplonarin erbittet mit der angehobenen, dem Trinkgefäß haltenden Hand um Trankopfer von den Hinterbliebenen. Die Handgirlande aus Rosenblüten in ihrer linken Hand galt im ägyptischen Bereich als Rechtfertigungskranz nach einem glücklich überstandenen Totengericht. Der liegende Schakal stellt den ägyptischen Jenseitsgott Anubis dar. Offenbar besitzt der sehr jung verstorbene Knabe Lysimachos keine eigene Grabstele, sondern wurde zusammen mit Aplonarin – wohl eine enge Familienangehörige – auf einer Stele abgebildet. Seine Jugendlocke, die ein Kennzeichen für Kindheit in der ägyptischen Ikonographie ist, kennzeichnet ihn eindeutig als Kind.
Die Grabstelen aus Terenuthis waren in der Regel nur für eine verstorbene Person gedacht. Nur wenn die Todesdaten der Personen dicht beieinander lagen und sie tatsächlich miteinander begraben wurden, konnten mehrere Personen gemeinsam auf einem Relief verewigt werden. Dies geschah zumeist nach Krankheiten oder Unglücksfällen, denen mehrere Familienmitglieder zum Opfer gefallen waren. Bei Aplonarin und Lysimachos war dies wahrscheinlich auch der Fall. Die erhobenen Hände des Knaben sind daher wohl nicht als Anbetungsgestus zu verstehen. Vielmehr wurde dieser Gestus als Kennzeichnung jüngerer Verstorbene gegenüber Älteren eingesetzt, welche die wichtigen Lebensziele wie Familiengründung und das auf die Welt Bringen von Nachkommen bereits erfüllt hatten. Die Stele wurde nicht als freistehendes Objekt gedacht, sondern war wahrscheinlich als Schmuck des Grabes in einer Nische an der Rückwand eingefügt.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).