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Grabstele der Taaimais (?) und des Souairous (?)

Ident. Nr.: ÄM 24150

ObjID: obj:771646

Details (Expert)

Datierung
Römische Kaiserzeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 40 x 30,5 x 8,5 cm

Objektbeschreibung

Auf einer Kline ist halbliegend, mit aufgerichtetem Oberkörper eine Frau, die eine Melonenfrisur mit auf die Schultern fallendem Haar trägt, frontal dem Betrachter zugewandt. Sie stützt ihren linken Arm auf drei Kissen am Kopfende und umarmt ein kleines Kind auf ihrem Schoss. In ihrer rechten Hand hält sie eine Schale empor, um eine Trankspende von den lebenden Familienmitgliedern zu erbitten. Über der erhobenen Hand ist ein liegender Anubis-Schakal auf einer Konsole abgebildet. Die Darstellung in erhabenem Relief war von einer Ädikula-Umrahmung, bestehend aus zwei, den Segmentgiebel tragenden Papyrussäulen und einer Art Basisplatte, eingefasst. Die Fläche zwischen den Klinebeinen ist undekoriert. Die üblichen Opfergaben könnten ehemals in Malerei wiedergegeben worden sein.
Auf dem Sockelbereich des architektonischen Rahmens befindet sich eine beschädigte, griechische Inschrift in zwei Zeilen: „Taaimais (?), (verstorben im Alter von) 8 (+x) Jahren, die kinderliebe, Souairous (?); seid guten Muts!“ Die Todesalter der beiden Dargestellten sind nicht erhalten. Von den Rändern der Kalksteinplatte sind mehrere Fragmente abgebrochen. Typologisch gesehen stammte die Grabstele höchstwahrscheinlich aus dem antiken Ort Terenuthis im Westdelta.
Entweder waren die beiden Verstorbenen Angehöriger derselben Familie, die zeitnah verstorben sind, oder hier wurde die bei der Geburt bzw. kurz nach der Geburt verstorbene Mutter zusammen mit dem ebenfalls verstorbenen Kind in einem Grab bestattet, weshalb sie gemeinsam auf einer Grabstele verewigt wurden.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).