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Tulpenbecher

Ident. Nr.: ÄM 24169

ObjID: obj:771697

Details (Expert)

Beteiligte
George Andrew Reisner (5.11.1867 - 6.6.1942),
Grabungsleiter*in
Walter Wreszinski (8.3.1880 - 9.4.1935),
Mäzen*atin
Datierung
Kerma (Mittel/Obernubien)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 11 x 14,4 cm

Objektbeschreibung

Die „black-topped red-polished ware“ ist die am häufigsten belegte Gefäßgruppe des Friedhofs von Kerma. Sie zeichnet sich durch ihre schwarz geschmauchten Ränder aus, die in tiefes Rot übergehen, und unvergleichlich dünnwandig sind, weswegen der Ausgräber George A. Reisner fälschlicherweise annahm, sie seien auf einer Töpferscheibe gefertigt worden. Viele dieser Gefäße sind durch einen metallisch-weißen Streifen am Farbübergang von Schwarz zu Rot gekennzeichnet.
Die sogenannten Tulpenbecher gehören angesichts ihrer Färbung und Herstellung zwar in die Gruppe der schwarz geschmauchten Gefäße, doch stechen sie durch ihre ausladende und rundbodige Form als typisch nubische Funde heraus.
Die Tulpenbecher fanden sich in Gruppen von vier bis fünf Exemplaren ineinander gestapelt in der Grabkammer vor den Betten der Verstorbenen, wurden aber auch den geopferten Menschen beigegeben. Häufig sind mehrere dieser Stapel in unmittelbarer Nähe zum Bestatteten nachgewiesen. Dieser Becher wurde bei einer der Nebenbestattungen im Grabtumulus K III gefunden. Insgesamt sind aus der Grabkammer einundzwanzig Becher belegt.

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).