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Relieffragment aus dem Totentempel des Sahure: Oberkörper eines Mannes mit einem Bat-Emblem

Ident. Nr.: ÄM 28595

ObjID: obj:774057

Details (Expert)

Datierung
Sahure'
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19 x 15 x 4,5 cm

Objektbeschreibung

Zentraler Mittelpunkt des Relieffragmentes ist ein menschliches Gesicht mit Kuhohren.
Obwohl diese Art der Darstellung bereits seit dem Alten Reich für die Göttin Hathor belegt ist, handelt es sich in diesem Fall um ein Abbild der Göttin Bat. Bat, die Göttin des 7. oberägyptischen Gaues, ist bereits seit der Frühzeit auf Abbildungen belegt, wie zum Beispiel am Gürtel von König Narmer auf dessen berühmter Prunkpalette.
Neben dem Menschengesicht und den Kuhohren ist, wie bei Hathor, ein Kuhgehörn ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Gottheit, wobei die nach innen gewundenen Hörner mit der Zeit als Spirale stilisiert wiedergegeben werden.
Das Gesicht ist nicht Teil einer Figur, sondern gehört zu einem Emblem der Bat.
Ab der 4. Dynastie bis in die Spätzeit trugen hohe Würdenträger das Bat-Emblem entweder als Amulett oder als separates Schmuckstück an der Bekleidung. Es konnte an einem Gürtel befestigt sein, oder an einem Band vor der Brust hängen, wie in diesem Fall.

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).