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Mumienhülle (Kartonage) des Chaa/Chai-Hor (Oberteil)

Ident. Nr.: ÄM 19531/03

ObjID: obj:779045

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich Zucker (30.6.1881 - 4.4.1973),
Grabungsleiter*in
Datierung
Ptolemäerzeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 30 x 53 x 168 cm (inkl. Unterteil)

Objektbeschreibung

Die anthropomorphe Mumienhülle des Chai-Hor aus Kartonage hat wie seine Mumientücher eine rote Grundfarbe. Der Unterteil der Kartonagehülle ist sehr flach angefertigt. Dagegen ist der Brustbereich des plastisch ausgeformten Oberteils stark gewölbt. Die Augen und die Brauen des vergoldeten Gesichts sind mit Glaseinlagen eingesetzt. Über der Stirn ist eine von Uräen flankierte Sonnenscheibe zu sehen. Ein separat ausgearbeiteter Götterbart wurde am Kinn befestigt. Die Kartonagehülle war ursprünglich mit religiösen Motiven aufwendig dekoriert. Leider ist die Stucksicht, die die aufgemalten Dekorationen tragen, in vielen Bereichen abgefallen. Man kann das Dekorationsprogramm der Kartonage nicht mehr rekonstruieren. Aber die netzartigen Dekorationen an den Körperseiten der Kartonage, deren Gestaltung eines Mumiennetzes ähnelt, lassen sich noch erkennen.
Zwei seitliche, vertikal verlaufende Inschriften, die heute nicht mehr erhalten sind, geben zusammen mit den Inschriften des Holzsarges Auskunft über den Verstorbenen Chai-Hor, der der Sohn eines Nechet-Hor-heb und einer Cha-bas war und das Amt eines zweiten Priesters der Göttin Neith innehatte.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

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Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnlichen Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).I. Regulski

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Korb-Gefäß mit zwei Ösen aus dem Grab der Tadja

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Der aus Fayence gefertigte Behälter imitiert einen geflochtenen Korb und ist außen und innen mit einer glänzenden dunkelblauen Glasur überzogen. Es hat eine beutelartige Form und ist leicht flachgedrückt, sodass die Öffnung ein Oval bildet. Am Öffnungsrand, entlang der Längsseiten des Ovals, befinden sich zwei gegenüberliegende Fortsätze mit einem Loch, an dem vermutlich ein beweglicher Griff oder heute nicht mehr vorhandene Trageschnüre aus organischem Material angebracht worden sein könnten. Die Dekoration des Gefäßkörpers besteht aus waagerechten Linien, deren Zwischenräume mit kurzen diagonalen Linien gefüllt sind. Von den Laschen ausgehend verlaufen über den Gefäßboden sich kreuzende Linien, die möglicherweise einen Henkel imitieren sollen. Diese Dekoration wurde vermutlich in dunkler Farbe oder durch Ritzungen aufgetragen, die später mit Glasur gefüllt wurden. Die Innenseite des Gefäßes weist am Boden unregelmäßige Absätze auf. Es ist zu vermuten, dass der Gefäßboden separat angesetzt wurde; an der Außenfläche ist dieser Vorgang nicht erkennbar. Das Gefäßmuster ahmt ein Flechtwerk aus Palmblattstreifen nach, ein Material, das für die Herstellung von Matten, Netzen und Körben gebräuchlich war.Das Fayence-Gefäß ist Teil der Grabausstattung des Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).S. Steines / redak. I. Regulski