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Sitzfigur eines Mannes (Sobeknihotep), mit vierzeiliger Inschrift

Ident. Nr.: ÄM 12546

ObjID: obj:780081

Details (Expert)

Datierung
12. Dynastie
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 27 x 9,5 x 16 cm

Objektbeschreibung

Die grob behauene Sitzstatuette zeigt einen, auf einem Hocker sitzenden Mann, der mit einem dreiteiligen Schurz bekleidet ist und dessen Hände flach ausgestreckt auf den Knien ruhen. Ein Teil der Sockelplatte sowie drei Zehen des linken Fußes der Statuette wurden modern ergänzt. Der rechte Arm des Mannes ist oberhalb des Ellenbogens bis zur Handfläche nicht mehr erhalten. Das Gesicht des Dargestellten dominiert durch große, mandelförmige Augen, die durch ihre schwarze Ausführung hervorstechen und oberhalb von, ebenfalls in schwarzer Farbe ausgeführten Brauenbögen begrenzt werden. Die Nase läuft in breiten Flügeln aus, wohingegen der Mund eher schmal und plastisch nicht sehr stark hervorgehoben ist. Gerahmt wird das Gesicht von einer schulterlangen, glatt belassenen Frisur, die mit blauer Farbe bemalt ist. Davor zeichnen sich die überdimensional großen Ohren, die für die Epoche des Mittleren Reiches so bezeichnend sind, ab.
Auf der rechten Seite des Hockers befindet sich eine vier Kolumnen umfassende hieroglyphische Inschrift, die mit blauer Farbe ausgefüllt war und eine Opferformel enthält. Darin erbittet sich der Dargestellte von dem „großen Gott“ ein Opfer aus Brot, Bier, Rindfleisch und Geflügel für sein Fortbestehen im Jenseits. Der Text nennt des Weiteren den Namen des Mannes „Sobeknihotep“. Die Statuette kam durch Schenkung an das Museum. Der genaue Herkunftsort beziehungsweise der Fundzusammenhang sind unbekannt. Jedoch kann aufgrund der Inschrift und anderer Vergleichsbeispiele davon ausgegangen werden, dass die Statuette in einem Privatgrab aufgestellt war. Die noch sehr groß erscheinenden Augen verweisen auf eine Datierung an den Beginn der 12. Dynastie und somit den Anfang des Mittleren Reiches, da diese noch ein Darstellungsmerkmal der 1. Zwischenzeit sind. Handwerklich betrachtet stammt dieses Objekt, aufgrund der gröberen Oberflächenbehandlung sowie simpleren Formgebung, eher aus einer Herstellung in einem provinziellen Hintergrund.
(Jessica Jancziak)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).