Kinderfauteuil Nr. 4
Ident. Nr.: N (6 L 20) 823/1993
ObjID: obj:821409
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1881/1919
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Buche, z. T. gebogen, gebeizt, Rattan (Stuhlflechtrohr), zu Wiener Geflecht verflochten
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 62 x 40 x 35 cm (Sitzhöhe 33 cm)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/821409
Objektbeschreibung
Kinderstuhl mit runder Sitzfläche, rechteckiger Rückenlehne (Rahmen mit gebogener Mittelstrebe) und gebogenen Armlehnen. Vordere Füße leicht nach außen geschwungen. Sitzfläche mit Stuhlflechtrohr ausgeflochten, welches das für das Wiener Geflecht typische Muster bildet.
Auf der Unterseite Schutzmarke von Thonet aus Papier mit der Aufschrift „Thonet Wien" (In der Forschung als Schutzmarke 2 bekannt, welche von 1881-1919 verwendet wurde) sowie der Aufdruck „Thonet Austria" in einem Frästeller.
Der Kinderstuhl ist im Katalog der Gebrüder Thonet als „Kinderfauteuil Nr. 4" bezeichnet. Dort taucht er erstmals 1904 auf, jedoch kann er auch schon früher im Verkauf gewesen sein.
Die Firma Thonet Wien bzw. Thonet Austria spezialisierte sich seit den 1840er-Jahren auf die Herstellung von Möbeln aus Bugholz mit geflochtenen Sitzflächen, die als Achteckmuster heute als „Wiener Geflecht" bekannt sind. Die Herstellung war nicht nur durch das unter Dampf gebogene Holz innovativ. Auch die Tatsache, dass die Möbel im Baukastenprinzip verkauft wurden und erst in der jeweiligen Filiale zusammengebaut wurden, war eine Neuerung, die den Möbelmarkt revolutionierte (erst im 20. Jahrhundert lagern Firmen wie IKEA die Montage dann ganz an die Endverbraucher*innen aus). So ließen sich die Möbel für den Transport flach verpacken und hatten weniger Volumen. Die Produktion in Serie ermöglichte zudem, die Möbel günstig zu verkaufen. Über ein Vertriebssystem und Niederlassungen in verschiedenen Städten wurden die Möble schon früh in ganz Europa verkauft und ab 1873 auch in den USA.
Schon früh stellte die Firma auch Kindermöbel her, die meist die Möbel für Erwachsene imitierten und von den Proportionen 70 % der Erwachsenenmöbel ausmachten. Aber auch speziell für Kinder wurden Möbel konzipiert (z.B. Wiegen). Bereits im zweiten Katalog der Firma waren 1866 Kindermöbel abgebildet.
Das Modell Nr. 4 gab es dabei auch mit einem Einsatz für einen Topf und Deckel als „Klossettvorrichtung".
Die Einrichtung von Kinderzimmern in bürgerlichen Haushalten gewann Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Waren Kindermöbel bis dato Einzelanfertigungen, machten Firmen wie Thonet daraus ein Produkt der Massenfertigung.
Auf der Unterseite Schutzmarke von Thonet aus Papier mit der Aufschrift „Thonet Wien" (In der Forschung als Schutzmarke 2 bekannt, welche von 1881-1919 verwendet wurde) sowie der Aufdruck „Thonet Austria" in einem Frästeller.
Der Kinderstuhl ist im Katalog der Gebrüder Thonet als „Kinderfauteuil Nr. 4" bezeichnet. Dort taucht er erstmals 1904 auf, jedoch kann er auch schon früher im Verkauf gewesen sein.
Die Firma Thonet Wien bzw. Thonet Austria spezialisierte sich seit den 1840er-Jahren auf die Herstellung von Möbeln aus Bugholz mit geflochtenen Sitzflächen, die als Achteckmuster heute als „Wiener Geflecht" bekannt sind. Die Herstellung war nicht nur durch das unter Dampf gebogene Holz innovativ. Auch die Tatsache, dass die Möbel im Baukastenprinzip verkauft wurden und erst in der jeweiligen Filiale zusammengebaut wurden, war eine Neuerung, die den Möbelmarkt revolutionierte (erst im 20. Jahrhundert lagern Firmen wie IKEA die Montage dann ganz an die Endverbraucher*innen aus). So ließen sich die Möbel für den Transport flach verpacken und hatten weniger Volumen. Die Produktion in Serie ermöglichte zudem, die Möbel günstig zu verkaufen. Über ein Vertriebssystem und Niederlassungen in verschiedenen Städten wurden die Möble schon früh in ganz Europa verkauft und ab 1873 auch in den USA.
Schon früh stellte die Firma auch Kindermöbel her, die meist die Möbel für Erwachsene imitierten und von den Proportionen 70 % der Erwachsenenmöbel ausmachten. Aber auch speziell für Kinder wurden Möbel konzipiert (z.B. Wiegen). Bereits im zweiten Katalog der Firma waren 1866 Kindermöbel abgebildet.
Das Modell Nr. 4 gab es dabei auch mit einem Einsatz für einen Topf und Deckel als „Klossettvorrichtung".
Die Einrichtung von Kinderzimmern in bürgerlichen Haushalten gewann Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Waren Kindermöbel bis dato Einzelanfertigungen, machten Firmen wie Thonet daraus ein Produkt der Massenfertigung.
Letzte Aktualisierung: 29.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de