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Hieratischer Papyrus mit dem Protokoll eines Zivilprozesses (ältester derzeit bekannter juristischer Papyrus)

Ident. Nr.: P 9010

ObjID: obj:822382

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieratischer Papyrus mit dem Protokoll eines Zivilprozesses (ältester derzeit bekannter juristischer Papyrus)
Übersetzung: Hieratic papyrus with the minutes of a civil trial (oldest currently known legal papyrus)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 30 x 23 cm

Objektbeschreibung

Dies ist der älteste juristische Papyrus den wir aus dem Alten Ägypten kennen. Es handelt sich um ein Protokoll eines Zivilprozesses. Ein Urteil wird gefällt in einer Erbstreitigkeit. Der hieratische Papyrus datiert in die 6. Dynastie des Alten Reiches.

Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Hieratische. Dabei handelt es sich um eine Kursivschrift der altägyptischen Hieroglyphen, die gerade auf Papyrus und auf Ostraka gerne als Schreibschrift zum schnelleren Notieren verwendet wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche derartige hieratische Papyri und Ostraka.

Der verstorbene Dolmetscher User hatte einen Mann namens Sobekhotep zum Vermögensverwalter von Users Kindern bestimmt; die Echtheit der Urkunde wurde von Users Sohn Tjau bestritten: Sobekhotep wurde vom Gericht verpflichtet, drei glaubwürdige Zeugen zu stellen, die den Sachverhalt beeiden, ansonsten verfallen seine Ansprüche.

http://elephantine.smb.museum/record/ID400008
V. Lepper / M. Müller

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).