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Schale mit einem hieratischen Ächtungstext gegen feindliche Fürsten

Ident. Nr.: P 14501

ObjID: obj:823551

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Schäfer (29.10.1868 - 6.4.1957),
Käufer*in
Datierung
11. Dynastie
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schale mit einem hieratischen Ächtungstext gegen feindliche Fürsten
Übersetzung: Bowl with a Hieratic condemnation formula
Geografische Bezüge
Abmessungen
Durchmesser: 15 cm

Objektbeschreibung

Im Jahre 1925 konnte für das Berliner Museum ein Konvolut von hieratisch beschrifteten Scherben erworben werden, die zu einem einzigen Fundkomplex gehörten. Zusammen mit späteren Ankäufen und bereits im Museum vorhandenen Fragmenten wurde das Konvolut unter P 14501 bis P 14606 inventarisiert. Insgesamt konnten ca. 80 Objekte teilweise zusammengesetzt werden. 
Es handelt sich dabei um offene Schalen, die alle mit verschiedenen Auszügen aus einem identischen, standardisierten Text beschriftet waren. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Ächtungstext. Er nennt listenartig Angehörige der damals bekannten Fremdvölker sowie ihre Herrscher, dazu deren mögliche feindliche Tätigkeiten gegen Ägypten. Vermutlich in einem Ritual wurden die beschrifteten Schalen dann zerbrochen, um somit durch die „Magie der Tat“ alle genannten Menschen und Völker als Feinde Ägyptens zu ächten und zugleich zu vernichten.
Der gemeinsame Fundkontext lässt darauf schließen, dass nach dem regelmäßig wiederholten Ritual die zerbrochenen Schalen rituell deponiert worden waren.
J. Moje

Letzte Aktualisierung: 21.10.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).