Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch des Priesters Schem-in-eni
Ident. Nr.: P 3039/O
ObjID: obj:828254
Details (Expert)
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch des Priesters Schem-in-eniÜbersetzung: Hieratic papyrus with the Book of the Dead for the priest Schem-in-eni
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Papyrus (Material); einseitig (?), beschriftet und bemalt (Technik)
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 32,5 x 64,5 cmRahmenmaß: 39 x 64,5 x 0,7 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/828254
Objektbeschreibung
Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.).
In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man
beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das
Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben
oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie
eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der
Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern,
Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen
leben konnte.
Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das
das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem
rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er
beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das
Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz
(als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende
Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht,
im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem
mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das
Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große
Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und
Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter
jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein
positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit
Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige
Leben erreichen konnte.
V. LepperLetzte Aktualisierung: 03.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
E-Mail:
aemp@smb.spk-berlin.de