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Stillleben mit Musikinstrumenten

Ident. Nr.: 918

ObjID: obj:864594

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Pieter de Ring (1615 - 22.9.1660),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1650
Systematik/Art
Weitere Titel
Stillleben mit Musikinstrumenten
Übersetzung: Still Life with Musical Instruments
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Holland,
Region
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 105,6 x 81,7 cm
Erwerbung
1832 Ankauf aus der Sammlung des Landschaftsmalers Richard Dähling, Berlin

Objektbeschreibung

Pieter de Ring war auf Stillleben spezialisiert und wurde vor allem durch seine reichhaltigen Bankettdarstellungen bekannt. Das Berliner Bild gehört in die reife Zeit des Künstlers. Thematisch ist es dem Bereich der sogenannten Vanitas-Darstellungen zuzuordnen und steht in der Tradition der Leidener Stilllebenmalerei, wie sie von David Bailly d.Ä. Jaques de Gheyn oder Jan Davidsz. de Heem gepflegt wurde. Sie greift humanistische Bildungselemente auch im Gegenständlichen auf und spiegelt so das kulturelle Milieu der ersten holländischen Universität in Leiden. Sämtliche Gegenstände auf dem Berliner Bild verdeutlichen den Vanitas-Gedanken. Der Erdglobus, mit dem Hinweis auf den damals spanischen Kolonialbesitz Mexiko, versinnbildlicht sowohl die Naturwissenschaft als auch die weltliche Macht. Das von häufigem Gebrauch abgenutzte Buch ist Wahrzeichen trügerischer Bildung, zugleich vertritt es die Dicht- und Bildkunst. Die linke Buchseite zeigt unter der abgeknickten Ecke die Worte „Memento mori“ (Gedenke des Todes) sowie ein Gedicht, dessen lesbare Zeilen ebenfalls den Vergänglichkeitsgedanken wiedergeben. Die Seifenblasen, die der junge Mann auf der Zeichnung im Buch bläst, verweisen auf das Bild des homo bulla (Der Mensch ist eine Seifenblase). Violine, Flöte und Noten, aber auch der Nautilus symbolisieren den Eitelkeits- und Vergänglichkeitssinn, der in der Musik enthalten ist. Würfel, leere Geldbeutel, Gold- und Silbermünzen, wie die Perle an einer Goldkette geben überdies einen Hinweis auf Unsicherheit und Flüchtigkeit irdischen Besitzes. An den Globus gelehnt ist die Sanduhr als altes Symbol für das Verrinnen der Zeit. Ein Siegelring auf dem Schaft des Tintenfasses kann hier einerseits als Utensil des Schreibgerätes gesehen werden, zugleich könnte es sich hierbei auch eine zweite Signatur des Künstlernamen handeln, signierte Pieter de Ring seine Bilder doch auch mit der Darstellung eines Rings. Das vornehme Ambiente wird in dem Fensterausblick fortgesetzt, der eine weinlaubberankte Säule freigibt. Das von dort schrägeinfallende Licht bewirkt an der Flöte und am Federkiel einen reizvollen trompe-l’oeil-Effekt.

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. links: P. de Ring f. 1650
Mitte (auf der Schriftseite des Buches) memento mori

Letzte Aktualisierung: 08.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Allegorie auf Friedrich den Großen als Gründer des deutschen Fürstenbundes

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Im Katalog der Berliner Akademieausstellung von 1787 (als Nr. 2) wird das Gemälde folgendermaßen beschrieben: „Der Fürstenbund. Friedrich der Zweite, der mit einer Fackel die Waffen des Krieges angezündet hat, umwindet mit dem friedlichen Oehlzweige, den ihm die Staatsklugheit vorhält, das Bund Wurfpfeile, welches ihm von der Göttin Deutschlands dargereicht wird, hinter dieser steht die Göttin der Eintracht, die man an ihren beiden zusammengeschlungenen Fruchthörnern erkennet.“Der deutsche Fürstenbund wurde auf Anregung Friedrichs des Großen im Jahre 1785 gegründet. Anlass war ein Gesuch des bayerischen Erbfolgers, Herzog Karl von Pfalz-Zweibrücken, um Schutz vor dem Drängen Kaiser Josephs II., Bayern im Tausch gegen die österreichischen Niederlande an das Haus Habsburg abzutreten.Ein Kontrakt zwischen Preußen und den Kurfürstentümern Hannover und Sachsen gründete den Bund, dem sich auch kleinere Länder schnell anschlossen. Die Koalition zerfiel beim Tod des Preußenkönigs im August 1786. Das Gemälde basiert auf Anregungen des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler. Es gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. am Altar: B. Rode 1786

Allegorie auf Friedrich den Großen als Perseus

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Das Gemälde basiert thematisch auf einer „Anleitung zum Gebrauch allegorischer Personen für bildende Künstler“ des mit Rode befreundeten Lyrikers und Logik-Professors an der Berliner Kadettenanstalt, Karl Wilhelm Ramler: „Die Göttin der Weisheit zeigt dem gewaffneten Helden in ihrem spiegelhellem Schilde was hinter seinem Rücken vorgeht: er sieht darin eine schlangenhaarige Göttin schlafen. Sogleich zieht er seinen Degen, noch ehe sie wach wird“. Die Dynamik des Vorgangs wird am rechten Bildrand durch den rücklings ausweichenden geflügelten Genius mit dargebotener Rüstung, Waffe und Lorbeerkranz hervorgehoben. Dazu bietet die dramatische Wolkenlandschaft des Hintergrundes den geeigneten bildkünstlerischen Resonanzraum für die sinnbildliche Darstellung der bedeutenden historischen Entscheidung Friedrichs des Großen, unangekündigt in Sachsen einzumarschieren und damit den später so bezeichneten Siebenjährigen Krieg (1756–1763) zu beginnen. Das Gemälde gehört zu der sogenannten Fridericiana, einer losen Folge von nachträglich zur Serie erklärten Gemälden Rodes, die zwischen 1786 und 1795 entstanden und sich bildkünstlerisch mit der Biografie Friedrichs des Großen (1712–1786) befassen. Die Fridericiana folgt ideologisch der Brandenburgiana, einer zwischen 1757 und 1763 entstandenen Serie von Gemälden Rodes mit Ereignisdarstellungen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Schwertscheide: B. Rode 1789

Bettelmusikanten

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In Ochtervelts Oeuvre zählen die sogenannten „Hausflurbilder“, in denen der Blick auf Musikanten oder Lebensmittelhändler an der Türschwelle vor dunklen, reich ausgestatteten Hausfluren fällt, zu einer wichtigen, vom Maler entwickelten Themengruppe. Im Gegensatz zu vielen seiner Künstlerkollegen legte Ochtervelt die Szenerien als Interieurs vom voorhuis (Hausflur) an. Symbolisch steht die Tür des eleganten Bürgerhauses hierbei als Übergang zwischen öffentlicher Außenwelt und privatem Innenraum für die Trennung zwischen niedrigen Ständen und feiner Gesellschaft des Bürgertums. Im Eingangsbereich der vornehmen Wohnstätte, die wegen ihrer nächtlichen Verortung beinahe im Dunkel liegt, steht eine junge Frau auf der linken Seite. Durch die Tür sind herannahende Straßenmusikanten zu erkennen, die Anstalten machen in die private Sphäre des marmorgefliesten Flurs einzutreten. Die Frau hält mit beiden Händen ein Kleinkind, das sich um die Aufmerksamkeit eines Hundes bemüht, an den Gängelbändern seines gelben Kleides. Ein zweites Kind im roten Satinkleid und teurem Spitzenkragen blickt gebannt auf die beiden Gestalten im Türrahmen und schickt sich bereits an, die musizierenden Fremden mit einer Münze zu entlohnen. Die holländische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts wird hier als idealisierte Form einer festen Ständeordnung wiedergegeben. Ochtervelts wohlhabende Gönner kamen somit in den Genuss eines beruhigenden Bildes sich gegenüberstehender sozialer Klassen. Mit einer neunteiligen Serie solcher Bilder trug Ochtervelt auf innovative Weise zur holländischen Genremalerei bei. Es ist anzunehmen, dass die „Bettlermusikanten“ das erste Bild dieser Varianten ist. In den späteren Darstellungen versetzte der Künstler die Straßenmusikanten allmählich über die Schwelle in den Innenraum, wo die Verkäufer auch der Hausherrin selber ihre Ware anbieten. Ochtervelts besonderes Augenmerk lag jedoch nicht auf den technischen Gegebenheiten, wie etwa bei Pieter de Hooch auf dem Lichteffekt der abgegrenzten Raumsituation, sondern auf dem Verhalten der beteiligten Personen. Trotzdem sind Stoffe, Oberflächen der Kostüme sowie die Architektur in besonderem Detail wiedergegeben.