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Bergiges Meeresufer

Ident. Nr.: 744

ObjID: obj:869320

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Paul Bril (um 1553/54 - 1626),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1624
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bergiges Meeresufer
Übersetzung: Mountainous Seashore
Geografische Bezüge
Flandern,
Region
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 53,3 x 89 cm
Erwerbung
1821 Ankauf mit der Sammlung Edward Solly, Berlin

Objektbeschreibung

So unbestimmt wie der überlieferte Bildtitel bleibt auch nach neuerer Forschung zum Werk des Künstlers die Topographie der dargestellten Landschaftsszenerie. Allenfalls die im Mittelpunkt stehende Befestigungsanlage mit rundem Turm, ein häufig bei Bril und anderen wiederkehrendes Motiv, könnte ihr konkretes Vorbild im Scipionengrab an der Via Appia gehabt haben. Im ganzen handelt es sich um eine Phantasieansicht, eine »Bild-Erfindung«, in der alle natürlichen Elemente zu einer grandiosen Überschaulandschaft kunstvoll zusammengesetzt sind. Das sensible Zusammenspiel von Wasser, Luft und Licht und die geschickt verteilten Zitate menschlicher, mit dem Meer verbundener Betriebsamkeit geben dieser Künstlichkeit dennoch einen lebendigen Hauch von Realität.
Die Komposition ist aus seitlichen Senkrechten und einer beruhigenden Waagerechten im Hintergrund gefügt; immer wieder trifft das Auge auf die senkrechten Linien von Bootsmasten. Innerhalb dieses Gerüstes aber spielen Diagonalen zwischen Nähe und Ferne. Diese sind nicht nur durch die wohlüberlegte Anordnung der vielgestaltigen Erdformationen an den Ufern der Meeresbucht bestimmt. Sie werden vor allem von der Führung des Lichtes getragen. Von links dringt es, ohne die eigentliche Quelle sichtbar werden zu lassen, als morgendliche Sonnenstrahlen in rosa-gelblichen Farbtönen intensiv über die Wasserfläche nach rechts vorn. Es beleuchtet die ihm zugewandten Flächen der Fels- und Bergmassive und den im Mittelpunkt des Bildes stehenden Turm auf der aus der Schlucht gleichsam herausgeschobenen felsigen Landzunge. In dem beherrschenden Blaugrün des Wassers läßt es weißlich flackernde Gischtzeilen oder ruhige helle Flächen entstehen. In zuckenden weißen Reflexen trifft es die vom nächtlichen Fang heimkehrenden Fischer im Boot und die angestrengt ein volles Fangnetz ans Ufer schleppenden Männer rechts unten. Ihre Bewegung folgt der des Lichtes, wiederholt links oben in der Luft von zwei großen dunklen Vögeln. Kontrastierend dazu schaffen tiefe Schatten ihrerseits diagonale Strukturen. Die gesamte Höhe des Bildes nimmt links als scharfe Silhouette ein im Dunkel belassener Fels ein, bewachsen mit hohen Laubbäumen. An dessen Fuß ankert ein großer Fischkutter mit steil aufragendem Mast und filigraner Takelage, umgeben von kleinen Beibooten. In dieser schattigen, höhlenartigen Zone hat eine Gruppe von Fischern ein Feuer entfacht. Vom natürlichen Licht unberührt, werden sie von dieser künstlichen Lichtquelle lebhaft beleuchtet. Der schattig-moosgrünen Bildpartie links unten entspricht wiederum rechts oben der tiefe Schatten in einer geheimnisvollen Bergschlucht. Wie auf dem Wasser vollzieht sich die Lichtführung am Himmel, wobei Himmel und Wasser in der Ferne schließlich diffus verschmelzen. Nur noch zart und silhouettenhaft sind die blauen Bergkämme angedeutet. Brils Pinselstrich beschreibt weich und großzügig die vorwiegend gerundeten Formen. Wie farbige Schnörkel wirken die winzigen Staffagefiguren und sind doch exakt in ihren Bewegungen erfaßt.
Die flämischen Landschaftsmaler um 1600 wandten sich, den heimischen Eindruck der »Weltlandschaft« des 16. Jahrhunderts hinter sich lassend, vermehrt italienischen Kunstauffassungen zu. Auch Paul Bril, neben Jan Brueghel, Josse de Momper und Roelant Saverij einer der bedeutendsten Vertreter des Landschaftsfaches auf dieser Entwicklungsstufe, reiste 1574 über Frankreich nach Rom. Dort beeindruckten ihn besonders die Kunst des Deutsch-Römers Adam Elsheimer und die Landschaften des Annibale Carracci. Sein Bruder Matthijs war als angesehener Landschafter bereits in Rom ansässig. Als dieser 1584 starb, war Paul Bril schon der erfolgreichste und meistbeschäftigte unter den niederländischen Landschaftern im römischen Kunstbetrieb. Verehelicht mit einer Florentinerin, blieb er in Italien, ohne jedoch jemals die flämische Herkunft in seinen Arbeiten zu verleugnen. Er schuf Fresken, Zeichnungen und Stiche, wobei sein Gesamtwerk bislang vergleichsweise noch wenig erforscht ist. Verwechslungen mit Werken von Zeitgenossen kommen oft vor. Das Berliner Bild gilt als eines der besten Tafelbilder Brils. Anders als die 1610 entstandene, in vielem ähnliche Hafenszene (Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts) vermeidet es jegliche Dramatik und alles kleinlich detaillierte »Aufputzen« der Natur. Als reifes und sehr spätes Werk vermittelt es eine koloristisch und lichtkompositorisch ausgewogene sanfte Stimmung. Irene Geismeier | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019
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The location of the landscape depicted remains as vague as the title of the painting. Perhaps the fortification in the centre with its round tower, a frequently recurring motif in the works of Bril and other artists, may have been inspired by the Scipione tomb on the Via Appia. As a whole, the painting is fantasy landscape, an “imagined place”, in which natural elements are artistically combined to create an elaborate scene. The delicate interplay of water, air and light and the hints of human maritime activity in the landscape help to give this artificial, imagined setting a lively touch of reality.

The composition consists of lateral vertical lines and a soothing horizontal line in the background. Within this structure, there are diagonals between the foreground and the distance. These are determined not only by the careful arrangement of the varied earth formations along the coast of the bay, but are also carried by the light. The rays of the morning enter the scene from the left, but without showing the actual source, in a wash of pink and yellow shades which shine on the water over to the
right foreground. The light illuminates the facing surfaces of the cliffs, the castle rock and the tower at the centre of the picture. White patches of foam and calm lighter areas of water stand out against the predominantly blue and green shades of the water. Gleaming white reflexes shine on the fishermen in the boat returning home from their night-time catch and the men heaving a full net onto the beach.
The direction of their movement follows that of the light and is repeated up in the air by the two big, dark birds. In contrast, deep shadows create diagonal gashes in the picture. At the left edge, a dark rock occupies the entire height of the painting as a sharp silhouette and a large fishing boat with a steep mast and delicate rigging has cast anchor at its foot. In this shadowy area, a group of fishermen has lit a fire. Untouched by the natural light, they are vibrantly illuminated by this artificial light source. The light in the sky follows the same direction as on the surface of the water, and the sky and water merge hazily in the far distance. The blue mountain ridges are only just hinted at as a delicate silhouette in the far distance. Bril’s brushstrokes softly and generously outline the predominantly rounded shapes.

Around 1600, the Flemish landscape painters started departing from the impression of the “world landscape” that dominated in the Netherlands, and increasingly started adopting Italian styles and approaches to art. Paul Bril, who alongside Jan Brueghel, Josse de Momper and Roelant Savery was one of the most important representatives of the landscape genre of the period, also travelled through France to Rome in 1574, where he was greatly impressed by the art of Adam Elsheimer and the landscapes of Annibale Carracci. His brother Matthijs had already settled in Rome and was an acclaimed landscape painter. By the time the latter died in 1584, Paul Bril had become the most successful and the busiest Dutch landscape painter in Rome. This painting is considered one of Bril’s most accomplished panels. As a mature and very late work, it uses finely balanced colours and a delicate lighting composition to convey a gentle mood. Irene Geismeier | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Selbstbildnis

Selbstbildnis

Als eines von nur zwei sicher Tizian zugeschriebenen Selbstportraits (das zweite hängt in Madrid im Museo del Prado) gelangt das teils unvollendete Bild 1821 in die Berliner Gemäldegalerie. Es wurde vorher in der Casa Barbarigo zu Venedig aufbewahrt, vermutlich seit 1581, als Tizians Sohn, Pomponio Vecellio, das Haus mit dem gesamten Inventar an Cristoforo Barbarigo verkaufte. 1815 wurde das Selbstbildnis von Leopoldo Cicognara gekauft und unmittelbar danach an Edward Solly veräußert.Das Selbstbildnis zeigt den etwa 70-jährigen Maler im Profil. Er trägt einen pelzverbrämten ärmellosen Mantel und hat die rechte Hand auf den Tisch gelegt, während die linke Hand auf seinem Bein ruht. Über dem weißen Hemd sticht eine Goldkette hervor, die ein Zeichen der Erhebung Tizians in den Adelsstand durch Karl V. 1533 darstellt.Über die Datierung des Gemäldes wurde viel diskutiert. Die Entstehung wird jedoch aus stilistischen Gründen nicht früher als im ersten Teil der 1560er-Jahre – u. a. die Zeit, in der auch Die Verkündigung in San Salvador und Diana und Kallisto entstanden – eingestuft. Externe Belege in Betracht zu ziehen, scheint riskant und willkürlich. Hingewiesen wurde einerseits auf das für Paolo Giovio angefertigte Selbstbildnis, das der Intellektuelle für sein Museum in Como 1549 erwarb – Jaffé (2003, einem Vorschlag von Hope folgend) setzt daher eine Datierung um 1546/47 an – und andererseits auf den aufgrund eines Briefes von Pietro Aretino 1550 datierten Holzschnitt von Giovanni Britto. Jedoch wurde die Entstehung auch an der angeblich noch jugendlichen, kraftvollen Erscheinung des Malers festgemacht, was nur schwerlich plausibel erscheint. Außerdem wurde das Selbstbildnis als identisch mit dem von Vasari 1568 erwähnten Selbstporträt Tizians erklärt, das der Toskaner bei seinem Venedig-Besuch von 1566 bewundert hatte: »sein eigenes, vor vier Jahren von ihm vollendetes, ähnliches und sehr schönes Bild«. Dass Vasari das Selbstporträt als »vollendet« bezeichnet, scheint diese These nicht zu stützen, doch muss Vasaris Unzuverlässigkeit hierbei berücksichtigt werden.Falomir (2007–08) hält das unvollendete Gemälde für ein Andenken (»ricordo«) des an Giovio verkauften Werks: ein Abbild, auf dem nur das Gesicht vollendet war und das weitere Repliken ermöglicht hätte. Das Selbstbildnis entspricht stilistisch der Ausführung und der Technik der frühen 60er-Jahre: Pasten, schneller Pinselhieb und lichtüberströmte Bildflächen sind typische Charakteristika des alten Tizian. Er überarbeitete seine Werke und ging mit den Farben so oft darüber, dass sich die dabei aufgewandte Sorgfalt offenbart. Die Malerei erscheint damit sehr lebendig und leicht, sodass die Mühen des schöpferischen Prozesses verborgen bleiben. Der Prozess der Ausführung betrug mehrere Phasen, wie die Röntgenaufnahmen gezeigt haben, z. B. hatte Tizian sich am Anfang mit einer anderen Kopfdeckung und mit schärferen Gesichtszügen gemalt.Die kräftige Erscheinung Tizians im Berliner Selbstporträt geht mit einer starken Ausstrahlungskraft einher, was im Gegensatz zur Selbstcharakterisierung des Malers steht: Er schildert sich als stark introvertierte Persönlichkeit. Bemerkenswert ist außerdem, dass sich Tizian in seinem Selbstbildnis ohne irgendeinen Verweis zu seinem Beruf inszeniert (Leinwand, Pinsel, Palette …). Tizian präsentierte »die visuelle Übersetzung seines eigenen ›Mythos‹«, dem »er den einzigartigen Akzent eines lebenden menschlichen Dokuments zu verleihen verstand« (Falomir, 2007–08). Für seineSelbstporträts bevorzugt Tizian den Modus der Darstellung von Intellektuellen, wie etwa Raffaels Tommaso Inghirami. Sowohl Kleidung als auch Gesichtszüge erinnern laut Falomir (2007–08) deutlich an die von Danese Cattaneo gegossene Bronzebüste des Lazzaro Bonamico (um 1552/54). Roberto Contini | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019___________________________________________This partially unfinished self-portrait of Titian – one of only two authenticated self-portraits by this artist (the second hangs in the Museo del Prado in Madrid) – entered the Gemäldegalerie in Berlin in 1821. Prior to that, it was preserved in the Casa Barbarigo in Venice, presumably since 1581, when Titian’s son Pomponio Vecellio sold his house, together with its entire inventory, to Cristoforo Barbarigo. In 1815, it was purchased by Leopoldo Cicognara, and sold to Edward Solly almost immediately afterward.The self-portrait shows a man, approximately 70 years of age, in profile. He wears a fur-trimmed, armless cloak, and has laid his right hand on the table, while the left hand rests on his leg. Standing out against his white shirt is a gold chain, a token of Titian’s elevation by Charles V to the nobility in 1533.The dating of this painting has been much discussed. On stylistic grounds, however, it can hardly be dated earlier than the first half of the 1560s, a period when Titian produced, among other works, the Annunciation in San Salvador and Diana and Callisto. A reliance on external evidence seems risky and arbitrary. Referred to have been, on the one hand, the self-portrait executed for Paolo Giovio, which this intellectual purchased in 1549 for his museum in Como – on this basis, Jaffé (2003,following Hope’s point of view) dates the Berlin self-portraits to circa 1546/47– and on the other the woodcut by Giovanni Britto which has been dated to 1550 on the basis of a letter written by Pietro Aretino. The work has also been dated on the basis of the putatively still youthful, powerful appearance of the painter, which seems rather implausible. Moreover, the self-portrait has been declared identical with a Titian self-portrait mentioned by Vasari in 1568, which the Tuscan writer admired in 1566 during a visit to Venice: “His own portrait, finished four years ago, very like him, anda very beautiful picture.” That Vasari refers to the self-portrait as “finished” seems not to support this thesis, but account must be taken here of Vasari’s unreliability.Falomir (2007–08) regards the unfinished painting as a souvenir (“ricordo”) of the original, sold to Giovio: a likeness that is unfinished except for the face, and would have made further replicas possible. Stylistically, the self-portrait corresponds to the execution and technique of the early 1560s: impasto paint application, rapid brushwork, and light-flooded pictorial surfaces are characteristic of the older Titian. He reworked his paintings so often, adding additional paint layers that they revealthe diligence expended on them. As a result, his paintings seem quite lively and light, with the effortfullness of the creative process remaining concealed. As X-ray images have shown, the process of execution involved multiple phases; earlier on, for example, Titian wore a different head covering, and his facial features were more sharply delineated.Titian’s strong presence in the Berlin self-portrait is accompanied by an impression of powerful charisma, which, however, contrasts with the artist’s own self-characterization: he depicts himself as a strongly introverted personality. Remarkable as well is the absence in this self-portrait of any allusion to Titian’s profession (canvas, brushes, palette …). Titian presents “the visual translation of his own ‘myth’”, which “he was capable of endowing with the singular accent of a living, human document”(Falomir, 2007–08). For his self-portrait, Titian favored the mode of presentation that was customary for depicting intellectuals, an example being Raphael’s Tommaso Inghirami. According to Falomir (2007–08), both the sitter’s attire as well as his facial features clearly recall the bronze portrait bust of Lazzaro Bonamico by Danese Cattaneo (circa 1552/54). Roberto Contini | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.