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Trauernder Höfling (Pleurant)

Ident. Nr.: 8549

ObjID: obj:869620

Details (Expert)

Beteiligte
Jaume Cascalls (1340-1378),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1370
Datierung engl.: ca. 1370
Abweichende Datierung: um 1370
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Trauernder Höfling (Pleurant)
Übersetzung: Pleurant (Mourner)
Trauernder Höfling (Pleurant)
Material / Technik
Alabaster, bemalt und vergoldet
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33 x 10,8 x 9 cm
Erwerbung
1935 Sammlung Figdor, Wien

Objektbeschreibung

Die drei Statuetten gehörten ursprünglich zu den bedeutenden Grabmonumenten der Könige von Aragón, die König Pere IV el Cerimoniós im Zisterzienserkloster Santa María von Poblet errichten ließ. Zwischen 1349 und 1373 arbeitete hier der Bildhauer, Maler und Architekt Jaume Cascalls an ihrer Ausführung. Die Klagenden zeigen deutlich die Handschrift Cascalls: Besonders die Figur mit dem lockig geteilten Bart ist den ehemals zugehörigen Statuetten, heute im Louvre, nahe verwandt. Die Statuetten werden aufgrund ihrer klagenden Gestik den pleurants zugerechnet, die vor allem im 14. und 15. Jahrhundert häufig an Herrschergräbern zu finden sind. Die Klagenden, die den Tod der Herrscher betrauern, unterstreichen den zeremoniellen Anspruch der Königsgräber. Besonders fällt die Figur des pleurant auf, der einen umgekehrt gehaltenen Stab bricht. Diese Handlung ist im Begräbniszeremoniell der englischen und französischen Könige bezeugt, da sie darauf verweist, dass die mit der Autorität des Herrschers ausgestatteten Beamten nach dessen Tod keine Macht mehr besaßen.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)