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Madonna mit den Schmetterlingen

Ident. Nr.: 87.1

ObjID: obj:871899

Details (Expert)

Beteiligte
Zuschreibung unsicher: Johan Maelwael (um 1370 - 1415),
Maler*in
Zuschreibung unsicher: Henri Bellechose (um 1380 - 1440/45),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1415
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Madonna mit den Schmetterlingen
Übersetzung: Madonna with Butterflies
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Frankreich,
Land
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 107,5 x 80,9 cm
Erwerbung
Ankauf 1987

Objektbeschreibung

Die Madonna scheint wie eine Ikone hinter einem reichen Brokatstoff zu schweben. Liebevoll hält sie ihren Sohn im Arm, der mit seiner Hand den Zeige- und Mittelfinger seiner Mutter fest umschließt, so als ob er gerade daran Halt sucht, um leichter nach einer Kirsche greifen zu können. Dargereicht wird ihm diese von einem der zehn Engel, die sich hinter der Madonna versammeln. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass jeder Engel anders gestaltet ist: Sie tragen unterschiedlich kostbare Kleider und Diademe. Genauer bestimmen lassen sich indes nur die roten Engel. Es handelt sich um Seraphim, die in den neun Engelschören am höchsten stehen; ihre rote Farbe leitet sich von ihrer Bezeichnung „Entflammer“ ab. Die Figurengruppe hebt sich deutlich vor dem schwarzen Grund ab, ebenso wie die ungewöhnlichen goldenen Schmetterlinge, die über den Köpfen der Engel flattern. Traditionell stehen sie symbolhaft für die Seele oder die Auferstehung. In der Antike stellte man sich die Seele des Verstorbenen als Falter vor; im Christentum wurde diese Idee übernommen und die Auferstehung Christi mit der Metamorphose der Larve zum Schmetterling verglichen. Auch die dem Christusknaben dargereichte Kirsche verweist auf den Garten Eden.
Seit ihrem Bekanntwerden im Jahr 1957 wurde die Schmetterlingsmadonna in den höfischen Kontext verortet. Grund hierfür ist die Ähnlichkeit mit Buchmalereien, die die Brüder Limburg für den Herzog Jean de Berry schufen, beispielsweise das berühmte Stundenbuch Très Riches Heures. Näher noch stehen dem Berliner Bild jedoch Gemälde, die dem Onkel der Limburgs, Johan Maelwael, und dessen Umkreis zugeschrieben werden. Maelwael, französisch Jean Malouel, war Hofmaler des Burgunderherzogs Johann Ohnefurcht (1404-1419) und wirkte wie auch sein Nachfolger Henri Bellechose in Dijon. Hier hatte Philipp der Kühne (1363-1404) die Kartause von Champmol gegründet, die zugleich auch als Grablege der Herzöge von Burgund bestimmt war. Stilistische Vergleiche rücken die Schmetterlingsmadonna in die Nähe zweier heute im Louvre befindlichen Gemälde: Der Grande Pietà Ronde, wohl von der Hand Johan Maelwaels, und des Martyrium des heiligen Dionysius, eines Altarbilds, das für Champmol geschaffen wurde – wohl von Henri Bellechose. Dabei scheint die Dionysiusmarter dem Berliner Bild hinsichtlich der Ausmodellierung der Inkarnate näher zu stehen. Eine Entstehung im Umfeld des burgundischen Hofes vorausgesetzt, wurde vorgeschlagen, die Schmetterlingsmadonna sei Teil eines Diptychons gewesen, das mit einem durch eine Zeichnung überlieferten Porträt Johann Ohnefurchts zu ergänzen sei. Allerdings birgt diese Rekonstruktion Probleme. Die abgeschlossene Komposition der Schmetterlingsmadonna spricht vielmehr dafür, dass das Gemälde, das zu den frühesten erhaltenen Leinwandbildern zählt, als Einzelbild konzipiert war. Es dürfte um 1415 entstanden sein, in jener Zeit als Johan Maelwael starb und Henri Bellechose diesen als Hofmaler beerbte. Kathrin Dyballa | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei – Gemäldegalerie Berlin, 2019
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The Madonna seems to float like an icon behind a rich brocade fabric. She holds her son lovingly in her arms, while he grasps her index and middle fingers firmly as though seeking support to allow him to reach out for a cherry more easily. The fruit is proffered to him by one of the ten angels, which gather behind the Madonna. Closer examination reveals that each angel is presented differently: they wear a variety of precious garments and diadems. Only the red angels can be identified. These are the seraphim, who occupied the highest position among the nine ranks of angels; their red colour refers to their designation as the “burning ones”. The group of figures is set off distinctly from the black background, as are the unusual golden butterflies that flutter about above the heads of the angels. Traditionally, butterflies stand for the soul or resurrection. In antiquity, the souls of the deceased
were imagined as butterflies; this idea was adopted as well in Christianity, and the Resurrection of Christ is compared to the metamorphoses of a chrysalis into a butterfly. At the same time, the cherry that is offered to the infant Jesus is a reference to the Garden of Eden.

Since becoming publicly known in 1957, the Virgin and Child with Butterflies has been associated with a courtly context. This is due to its similarity to paintings produced by the Limbourg Brothers for Jean, Duc de Berry, for example the celebrated book of hours known as the Très Riches Heures. The Berlin picture is actually closer to paintings attributed to the Limbourgs’ uncle Jean Malouel and his
circle. Malouel, originally known under his Netherlandish name as Johan Maelwael, was court painter to the Burgundian Duke Philip the Bold beginning in 1396, and John the Fearless beginning in 1404, and worked in Dijon, where Henri Bellechose became his successor in 1415. It was near Dijon that Philip the Bold (1342–1404) founded the Chartreuse de Champmol, which was also intended as the burial place for the Dukes of Burgundy.

Stylistic comparisons situate the Virgin and Child with Butterflies in close proximity to a pair of paintings that is found today in the Louvre: the Grande Pietà Ronde, probably the work of Jean Malouel, and the Martyrdom of Saint Denis, an altarpiece created for Champmol – probably by Henri Bellechose. With regard to the modelling of the flesh tones, the Berlin picture seems closer to the Martyrdom of Saint Denis. Assuming an origin in the milieu of the Burgundian court, it has been proposed that the Virgin and Child with Butterflies may have been a component of a diptych, which may have included a portrait of John the Fearless that is only preserved in a drawn copy. However, this reconstruction involves numerous problems. The self-contained character of this depiction of the Virgin argues in favour of this painting – one of the earliest surviving works on canvas – having been
conceived as a solitary image. It seems to have been painted around 1415, during the period when Jean Malouel died and Henri Bellechose inherited his position as court painter. Kathrin Dyballa | 200 Masterpieces of European Painting – Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Stillleben mit toten Vögeln

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Auf einer vom Bildrand angeschnittenen Tischplatte sind mehrere tote Vögel arrangiert: Ein Rebhuhn liegt kopfüber auf einem Holzeimer mit Bügel im Hintergrund, die Krallen nach links ausgestreckt. Bei dem auf einen Zweig gespießten Vogel in der Mitte handelt es sich vermutlich um eine Drosselart. Es war üblich, Drosseln mit leimbestrichenen Zweigen zu fangen. Links vorne liegt ein großer Buntspecht, rechts daneben ein Wiedehopf. Als Autor des kleinen ovalen Gemäldes vermutete man früher den Leidener Maler und Zeichner Philips Angel, den Verfasser des bedeutenden Traktats „Het Lof der Schilderkonst“ („Lob der Malerei“). Tatsächlich stammt das Berliner Bild jedoch von der Hand seines Großcousins, des gleichnamigen Middelburger Stilllebenspezialisten und Radierers.| Britta BodeSIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. unten: P Angel 1650_______________________________________________________________________________________________________________________________________On a table, cut into by the edge of the painting, several dead birds are arranged in different poses. A partridge lies upside-down on a wooden basket with a hanger in the background, claws stretched out to the left. Corresponding with the capturing technique of the time, the thrush is skewered up with a glue covered twig. In the front, left, lies a woodpecker, right next to it a Eurasian hoopoe. This hand-palm sized oval has been formerly attributed as one of the lesser known works of Leidener painter and draughtsman Philips Angel. Angel was the author of the important treatise „Het Lof der Schilderkonst“ („Praise to art”). The Berlin painting, however, has been attributed to his great-cousin, a Middelburg still-life specialist and etcher by the same name.| Britta Bode

Ruhe auf der Flucht nach Ägypten

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An einem rasenbedeckten Hang ruht die Heilige Familie. Maria sitzt am Rain eines rechts vorbeiführenden Weges, das Kind in ihrem Schoß. Dahinter steht Joseph, den Hut in der Hand, und stützt sich auf seinen Stab. Drei prächtig gekleidete Engel in der Mitte singen und flöten. Einer der fünf nackten Engelputten hört ihnen zu, ein anderer schläft, den Kopf auf einem bemoosten Klotz hinten bei der Quelle. Dort schöpft ein anderer Wasser in eine seitlich geöffnete Pilgerflasche. Ein Engel bringt dem Christkind blühende und fruchttragende Erdbeerstauden, ein anderer einen flatternden Vogel, einen Papagei. Vielerlei Pflanzen, darunter Himmelsschlüssel, Distel, Akelei und Erdrauch, geben dem Ort den Anschein eines blühenden Gartens. Die Szene wird nach hinten abgeschlossen durch den aufsteigenden Hang links, auf dem um die frische Fichte herum grüne und dürre Bäume stehen, durch die altersgraue Tanne in der Mitte und durch die Birke rechts im Bild. Im Hintergrund erblickt man Berge und Gebirgszüge. Die Darstellung des Geschehens ist ungewöhnlich und mit zahlreichen legendären und symbolischen Anspielungen durchflochten. Der blühende Garten im Vordergrund, von der Bergwelt hinten abgeschlossen, ist als ein Platz der Freude und des Geborgenseins zu verstehen. Mehrere Pflanzen findet man da, die auf Maria und Christus oder auf mit ihnen verbundene Ereignisse anspielen. Die Erdbeere gilt als eine Frucht des Paradieses. Die Akelei wie auch der Himmelsschlüssel sind Pflanzen, die sinnbildhaft auf Maria und Christus und auf die Passion hindeuten. Auch die Distel, als eine dornentragende Pflanze, erinnert an die Dornenkrone und das Leiden Christi. So mischt sich in das Bild der Freude auch der Hinweis auf die kommende Leidenszeit. Die Quelle, die aus dem Hang sprudelt, entsprang nach der Legende auf ein Wort des Christuskindes, um die ermüdeten Reisenden zu erquicken. Sie verwandelte zugleich den wüsten Platz in einen Garten. Auch die musizierenden und spielenden Engel gehören in diesen Zusammenhang. Durch die symbolische Ausdeutung der Umgebung und die Erscheinung der Engel wächst dem Ort die Qualität eines Paradiesgartens zu. Der Ort der Ruhe auf der Flucht ist zugleich ein Ort himmlischer Freuden. Graphische Vorlagen Dürers wie die Heilige Familie mit den Hasen von 1496/97 haben anscheinend die Bildgestalt Cranachs mit bestimmt. Einige Motive der Darstellung sind dort vorgebildet. Cranach hat später, 1509, die Komposition in Holzschnitten noch einmal verarbeitet. Eine ziemlich getreue Kopie des Gemäldes wird in Wien verwahrt. Ihre Existenz deutet darauf hin, daß unser Gemälde von Cranach noch vor seiner Abreise aus Wien gemalt wurde. Das Gemälde ist das erste von Cranach signierte und datierte Werk. Die Rekonstruktion und Sicherung der Malerei Cranachs vor seiner Wittenberger Zeit wäre ohne die Kenntnis dieses Bildes kaum möglich gewesen. Lange Zeit war es nur durch Beschreibungen, aber kaum durch Anschauung bekannt. 1892 wurde es auf einer Ausstellung in München erstmals gezeigt. Dieses Ereignis bestimmte die Forschung über Cranachs Frühzeit wesentlich mit. Das Gemälde ist eines der frischesten und künstlerisch bedeutendsten Werke Cranachs überhaupt. Wilhelm H. Köhler | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei – Gemäldegalerie Berlin, 2019SIGNATUR / INSCHRIFT: am unteren Rand: Monogramm LC (auf einem Zettel) und Datum 1504___________________________________________________________________________________________The Holy Family is resting on a grassy slope. Mary sits on the edge of a path on the right, the child in her lap. Joseph stands behind her holding his hat in his hand and leaning on his staff. Three sumptuously dressed angels stand in the middle singing and playing flutes. One of the five naked angel cherubs is listening to them, another is asleep resting its head on the mossy hill behind, near the spring. There, a third cherub is drawing water into a pilgrim’s flask with an opening at the side. An angel brings the Christ child strawberry plants in flower and in fruit; another brings a bird flapping its wings, a parrot. The many varieties of plants, among them cowslips, thistles, columbine and fumitory, give the place the appearance of a flowering garden. The scene is enclosed from behind by the hillside rising on the left on which both green and dead trees stand around the young spruce, by the aging grey fir tree in the middle and by the birch on the right. Mountains can be seen in the background.The depiction of the scene is unusual because of the numerous legendary and symbolic allusions that are woven in. The flowering garden in the foreground, enclosed by the mountains in the background, can be interpreted as a place of joy and as a sanctuary. Several of the plants are allusions to Mary and Christ or to events connected with them. The strawberry is considered to be a fruit of paradise, while the columbine and the cowslip stand for Mary and Christ and refer to the Passion. The thistle, too, as a thorny plant recalls the crown of thorns and the suffering of Christ. Thus, the joyous scene is marred by allusions to the suffering to come. According to legend, the spring began bubbling out of the hillside at the Christ child’s bidding in order to quench the thirst of weary travellers. At the same time, it transformed the barren place into a garden to which the playing and music-making angels also belong. The symbolic interpretation of the surroundings and the appearance of the angels lends the place the quality of a garden of paradise. The resting place during the flight is simultaneously a scene of heavenly joy.Dürer’s graphic models for the painting, such as the Holy Family with the Rabbits from 1496/97, apparently also had an influence on Cranach’s composition. Some of the motifs are already present there. Later, in 1509, Cranach reworked the composition in woodcuts. A copy of the painting that is highly faithful to the original is preserved in Vienna. Its existence suggests that the Cranach in question here was painted before the artist left Vienna.This is the first work to be signed and dated by Cranach. Without knowledge of this painting, it would have been well-nigh impossible to reconstruct and reliably attribute Cranach’s pre-Wittenberg oeuvre. For a long time, it was known only through descriptions but without actually having been seen. It was shown for the first time at an exhibition in Munich in 1892. This event played a major role in subsequent research into Cranach’s early period. The painting is one of the freshest and artistically most significant works that Cranach ever produced. Wilhelm H. Köhler | 200 Masterpieces of European Painting – Gemäldegalerie Berlin, 2019

Friedrich der Große vor der Schlacht bei Torgau

Friedrich der Große vor der Schlacht bei Torgau

Im Jahre 1741 trat Rode in die Werkstatt des preußischen Hofmalers Pesne ein. Hier konnte er seine künstlerischen Fähigkeiten optimal erschließen. Sicher auch auf dessen Anregung hin begab sich Rode um 1749 auf eine mehrjährige Studienreise nach Paris. Anfang der fünfziger Jahre weilte er gemeinsam mit dem Maler Adolf Friedrich Harper in Rom und Venedig. Hier hatten es ihm die glühenden Farben der Bilder von Tizian und Tintoretto angetan. Seit etwa 1753 lebte Rode wieder in Berlin. Die Erfahrungen der Studienreisen prägten sein künstlerisches Selbstverständnis. Mit nur unwesentlichen Modifikationen behielt er seinen Stil bis zum Lebensende bei. Seit 1770 wurde Rode in den Unterlagen der Berliner Kunstakademie als »Historien-Mahler« geführt. Mehrfach hatte er bereits erfolgreich für Friedrich den Großen gearbeitet. Dieser muss Rodes Stücke sehr geschätzt haben. So überrascht es nicht, dass er den Maler 1783 umgehend auf die vakante Akademiepräsidentenstelle berief. Mit der Reorganisation der Akademie unter ihrem Präsidenten Rode und dessen Stellvertreter Daniel Nikolaus Chodowiecki im Jahre 1786 ist auch dem neuen allgemeinen Interesse an vaterländischer Geschichte und ihrer Bewahrung in Artefakten entsprochen worden. Fortan unterstützte die Akademie zeitgemäße Kunst durch die Formulierung geeigneter Prämierungsgrundsätze. Sie sollte gewissermaßen »aus der uns allen sehr interessanten Brandenburgischen Geschichte« schöpfen, wie Chodowiecki im Mai 1786 in einem Vortrag äußerte. Einen Höhepunkt bedeuteten die von Christoph Friedrich Nicolai zwischen 1788 und 1792 veröffentlichten sechs Hefte: Anekdoten von König Friedrich II. von Preußen und von einigen Personen, die um ihn waren. Es handelt sich hierbei um eine geprüfte frühe Quellenliteratur. Diese Veröffentlichungen haben auch Rodes Ereignisbilder zur vaterländischen Geschichte maßgeblich bestimmt. Er war der erste Maler in Brandenburg-Preußen, der sich bemühte, Historiographie frei von barockem Pathos in weltliche Ereignisbilder umzusetzen. Damit hatte der Künstler sich weitgehend vom klassischen Historienbild gelöst, wo die Taten exponierter Personen in mythologische oder religiöse Handlungen eingebettet wurden.Ein Zeugnis dieser neuen Reflexionsweise ist unser Gemälde, für dessen thematische Rahmenhandlung ein Hauptgefecht des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) gewählt wurde. Nachdenklich lehnt der König an einer Eiche, die als Kompositionsachse dient. Er behütet den Schlaf seines treuen Dieners, des Husarengenerals Hans Joachim von Zieten. Eine Soldatenfrau, glücklich über das in der Nähe befindliche Feuer, stellt einen Topf mit Kartoffeln in den provisorischen Herd, ohne die Herrschaften zu bemerken. Eifrig facht sie die Glut an, so dass Asche in des Königs Gesicht geblasen wird. Dieser aber lässt sie gnädig gewähren, während er sich mit seinem Mantel schützt. Die Figuren sind in ein gedachtes ungleichschenkliges Dreieck gespannt, wodurch eine geradezu klassische Statuarik entsteht. Eine schöne Landschaft umschließt die Gruppe. Sie ist das Resultat von Rodes vielfältigen Naturstudien im Harz, im märkischen Oderland sowie in Schlesien. Das Licht des Lagerfeuers hebt die Akteure der Haupthandlung hervor. Damit hatte sich Rode die Möglichkeit eröffnet, die Glut eines gedämpften Kolorits zu verwenden, wie er es während seiner venezianischen Studienzeit kennen- und schätzengelernt haben dürfte. Eine flüchtige Zeichnung zur Vorbereitung der Komposition von Rodes Hand wird im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrt. Das Gemälde wurde auf der Berliner Akademieausstellung des Jahres 1793 gezeigt. Es gehört zu einer locker gefügten Fridericiana, die zwischen 1786, respektive 1791, und 1795 entstand. Von den ursprünglich strenggenommen – acht Bildern sind nur vier erhalten. Erstaunlicherweise ist zu Lebzeiten des Malers keines von ihnen verkauft worden. Offenbar entsprachen die hier geschilderten Charaktereigenschaften des verblichenen Königs – Bescheidenheit, Furchtlosigkeit und Witz – sowie die Verwendung zeitgenössischer Kostüme nicht den Vorstellungen des Publikums, dem das zeitlos Erhabene vorzuschweben schien.| 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. rechts unten am Stein: B. Rode / 1791._____________________________________________________________An anecdote relates that the king leant thoughtfully against an oak. He is watching over the sleep of his faithful servant, the Hussar General Zieten. A soldier’s wife is placing a pot of potatoes on the provisional hearth, without noticing the gentlemen. She is fanning the ashes so enthusiastically that ash is being blown in the king’s face. However, he graciously allows her to continue, while he protects himself with his cloak. The glow of the campfire highlights the protagonists. The painting was shown at the 1793 Berlin Academy exhibition (picture no. 2). It belongs to the so-called Fridericiana, a loose set of paintings by Rode created between 1786 and 1795, that were subsequently declared to be a series and depict important events of the biography of Frederick the Great (1712–1786). The Fridericiana ideologically follows the Brandenburgiana, a series of paintings by Rode created between 1757 and 1763 depicting events from Brandenburg-Prussian history.