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Teller mit Monatsdarstellung: Mai

Ident. Nr.: K 5010

ObjID: obj:886536

Details (Expert)

Beteiligte
Pierre Reymond (1513 - 1584)
Datierung
nach 1568
Material / Technik
—

Objektbeschreibung

Flacher Teller, monogrammiert am rechten Bildrand, unten mittig die Aufschrift "MAY". Gartenszene mit musizierenden Frauen, älteren Männern in einem Pavillion und einem Reiterpaar. Darüber in einem Wolkenkranz zwei sitzende Kinder, das Sternbild der Zwillinge.
Modellierung in Weißlavierungen, Zeichnung in enlevage-Technik, Schatten sind durch Parallel- oder Kreuzschraffuren verdichtet.
Die Vorlage lieferte ein Kupferstich aus einer Monatsfolge des Etienne Delaune, datiert auf dem Januarblatt 1568 (RD 185-196).
Der Vorbesitzer, Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, erbot sich beim Verkauf, den fehlenden Juli-Teller ergänzen zu lassen. Ein solcher, mit identischer Rückseite, befindet sich in der Sammlung des Musée des Arts Décoratifs in Paris (Inv.Nr.GR 11). In die Berliner Sammlung ist ein Ersatz nie gelangt.
SN

Letzte Aktualisierung: 01.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Schlafende Venus mit Cupido

Schlafende Venus mit Cupido

Die schlafende Venus liegt halb aufgerichtet auf einer Bettstatt mit goldroter Decke. Über ihr Knie klettert schlaftrunken ein Cupido mit goldenen Flügeln. Am oberen Bildrand ziehen fliegende Putten ein goldgrünes Tuch wie einen Baldachin über das Bett, links daneben hängt ein vergoldeter Vogelkäfig. Die surreal erscheinende Szene spielt in einer reich gegliederten, sich im Hintergrund zu einer Landschaft öffnenden Bogenarchitektur. Umgeben ist die Liebesgöttin von manieristischen Skulpturen, kunstvollem Mobiliar, konzertanten Musikinstrumenten und kostbarem Hausrat. Alles erscheint zu einem bedeutungsgeladenen Stillleben verdichtet, ist weniger Abbild denn Sinnbild und Anregung zu philosophischer Betrachtung.An der Rückseite befindet sich eine Aufschrift, die den auf Hinterglasmalereien spezialisierten Zürcher Hans Jacob Sprüngli (um 1599–1637) und den Winterthurer Glasmaler Hans Jegli (1579–1643) als Schöpfer des Werkes nennt. Sie verwendeten verschiedene Methoden des Amelierens: Auf das Glas aufgebrachte Blattvergoldungen wurden fein ausradiert, mit farbigen Lacken hintermalt und mit Zinnfolien hinterlegt. Andere Partien wurden in durchscheinend aufgetragenen Ölfarben ausgeführt, wobei „rückwärts“ gemalt und die hellsten Lichter und tiefsten Schatten zuerst gesetzt wurden. Auch „trügerische Hinterglasmalerei“ wurde angewendet, so ist die Figur der Venus in herkömmlicher Weise auf Pergament gemalt, ausgeschnitten und auf das Glas appliziert worden.Ebenso wie das vielschichtige Bildprogramm sollte auch die komplizierte technische Ausführung Anlass zu vertiefter Beschäftigung mit dem Gemälde bieten. Ganz in diesem Sinne ist die als Teil der Signatur auf die Rückseite geschriebene Künstlerdevise zu verstehen: „ist EE feracht / Dan gemacht“ („ist eher veracht[et] als gemacht“). LL