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Lachsrotes, halbversteiftes Mieder

Ident. Nr.: 2003,KR 17

ObjID: obj:886981

Details (Expert)

Datierung
um 1750
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: vorn 40,5 cm
Länge: hinten 37 cm

Objektbeschreibung

Neben vollversteiften Korsetten trugen Frauen zu weniger formellen Anlässen nur vorderseitig versteifte Mieder. Dieses ärmellose Mieder mit versteifter Brustpartie ist mit prächtiger lachsfarbener Seide in Cannelébindung bezogen.Vielfarbige Blütenbouquets stehen zwischen aufsteigenden Wolkenbändern. Bei der Verarbeitung des Gewebes wurde auf eine sorgfältige symmetrische Musterverteilung geachtet. Jedes Vorderteil ist mit 30 Fischbeinstäben, die fächerförmig angeordnet sind versteift. Vier Längsstäbe und zwei dickere Vierkantstäbe verstärken die Vorderkanten und bilden ein tief nach unten gezogenes Blankscheit. Über den Hüften hat das Mieder kurze Schößchen, seine Träger sind im Rücken angeschnitten. Die Armlöcher und der Hüftbogen sind mit Veloursleder eingefasst. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa