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Achteckige Schale mit Ahornblattdekor

Ident. Nr.: Dgs 86

ObjID: obj:888640

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Daum Frères, Verreries de Nancy,
Glashütte
Datierung
um 1903-1910
Abmessungen
Höhe: 6,4 cm

Objektbeschreibung

"Die Schale mit Blättern des Spitzahorns trägt, wie Juwelen geschliffen und aus der Wandung herausragend, plastisch aufgesetzt drei farbige Glasbrocken (Cabochons), einer davon als Käfer geformt.Ähnlich wie bei der marqueterie de verre (vgl. Kat. Nr. 37) ist der vom Künstler intendierte Effekt der, dem Glas keine einheitliche Struktur und Farbe zu verleihen, sondern durch die Kombination unterschiedlicher Glasarten - eine vor allem technische Herausforderung - neuartige Effekte zu erzielen. Die Schale besaß, ursprünglich als Dose gedacht, vermutlich einen Deckel." S. Netzer, Glas der Moderne, 1994, Kat. Nr. 39
MAKR

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa