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Kruzifix auf Sockel

Ident. Nr.: K 1354

ObjID: obj:889590

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Johann Benjamin Thomae (1682-1751)
Datierung
Ausführung: um 1711/20
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 20,5 cm (Figur)
Höhe: 37 cm (Gesamt)
Breite: 13,1 cm

Objektbeschreibung

In seinem 1980 erschienenen Bestandskatalog der Meißener Porzellansammlung im Berliner Kunstgewerbemuseum schreibt Stefan Bursche zu dem Kruzifix: "Die ruhige Haltung der Figur, der auf die rechte Schulter gesunkene Kopf mit geschlossenen Augen, der weichmuskulöse Körper und die Art des Faltenwurfs wurden als stilistische Eigenheiten des Dresdner Bildhauers Benjamin Thomae (1682-1751) angesehen. [...] Die Zuschreibung findet ihre Bestätigung in einer Aktennotiz, wonach Thomae am 14.8.1711 an der Verfertigung 'neuer Dessins und Statuen' für die Manufaktur mitwirkt. Die Dresdner Porzellansammlung besitzt eine Ausformung des Kruzifixes in Böttgerporzellan mit zugehörigen Figuren von Maria und Johannes, die verkleinerte Wiedergaben wesentlich größerer, ebenfalls dem Werk Thomaes zugeschriebener Figuren sind. Offenbar war auch an eine Herstellung der Gruppe aus Steinzeug gedacht, denn der Manufakturinspektor Johann Melchior Steinbrück erwähnt in einem unveröffentlichten, in der Dresdner Porzellansammlung aufbewahrten Bericht [...], daß um 1717 an einem Geschenk für den päpstlichen Nuntius Piazza in Paris gearbeitet wurde, 'bestehend unter andern in einem großen Crucifix-Bilde von rothen pollierten porcellain.' 'Crucifixe mit zugehörigen Creutzern und Postamentern' nennt Böttger schon 1712, mit Statuen erscheinen solche in einem Inventar von 1718/19 [...] und sowohl geschliffen wie ungeschliffen, mit 'zugehörige Postamenten Toden Kopffe, Gebeinen, und schwarz gebeizten hölzernen Creuzen' im Inventar von 1721 unter N:85 und N:86. Kruzifixe aus Porzellan sind noch in der Verkaufsliste von 1731, Nr. 245, aufgeführt. [...] Der Sockel des Berliner Stückes mit seinen verzogenen Kanten und einer wohl durch verschieden gefärbte Tone erzeugten marmorartigen Oberfläche stammt möglicherweise aus der Manufaktur Plaue." // Vergleichsobjekte in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, in Gotha, Friedenstein Stiftung, sowie im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart // Lit.: Stefan Bursche: Meissen. Steinzeug und Porzellan des 18. Jahrhunderts, Kunstgewerbemuseum Berlin (West), 1981, Kat. Nr. 31 // ClKa

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

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Ovale Bildplatte mit Blaumalerei. Dargestellt ist der Evangelist Markus, als bärtiger Mann, im Dreiviertelporträt. Er stützt seinen Kopf in die Linke, in der Rechten hält er ein Buch, sein Testament, in dem er liest. An seiner linken Seite erscheint sein Attribut, ein geflügelter Löwe. Am linken Rand der Platte ist ein Baum dargestellt, im Vordergrund Graswerk. Am Rand acht Ornamentmotive. Über der Figur der Schriftzug "St. MARCUS".Im Bestand des Kunstgewerbemuseums befinden sich insgesamt vier Evangelistenplatten (Inv. Nr. K 1571-1574). Zwei weitere, stilistisch verwandte Bildplatten im Bestand zeigen Porträts von zweien der drei Gründer der Nürnberger Fayencemanufaktur, Johann Conrad Romedi und Christoph Marx (Inv. Nr. K 1569 und K 1570), beide rückseitig in einer Inschrift von Georg Michael Tauber signiert und 1720 datiert - daher die Zuschreibung auch der Evangelistenplatten an Tauber. Während der deutsch-deutschen Teilung befanden sich die beiden Platten mit den Porträts der Firmengründer im Kunstgewerbemuseum Berlin-West und die vier Platten mit den Evangelisten im Kunstgewerbemuseum Berlin-Ost. Heute sind alle sechs Bildplatten in Schloss Köpenick, der Dependance des Berliner Kunstgewerbemuseum, gemeinsam ausgestellt. Evangelistenplatten (rechteckige) gehörten auch zum Repertoire der Dorotheenthaler Fayencemanufaktur. Möglicherweise lagen dieselben Stichvorlagen zugrunde.Lit.: Katalog KGM (Köpenick) 1988, S. 92, Text von Christiane Keisch; Silvia Glaser: Nürnberger Fayencen. Bestandskatalog GNM Nürnberg, 2017, S. 35f. (Abb. der Platten mit den Gründerporträts, Inv. Nr. K 1569, K 1570).ClKa

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

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Großes Handfass mit vasenförmigem Körper auf hochgewölbtem Glockenfuß. An den Seiten über weiblichen Maskarons zwei gedrehte Schlaufenhenkel. Der Zapfhahn unter einer Muschel als Maske mit Ausgussrohr. Am Hals des Gefäßes Scheibe mit dem kurbrandenburgischen Wappen zwischen zwei „Wilden Männern“. Zugehörig zur Wanne Inv. Nr. S 513, in welcher das Handfass hier steht.Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor. Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut. LL